E-Auto-Wachstum verlangsamt: China und USA als Bremsen – 6,6 Mio. Neuzulassungen
E-Auto-Wachstum verlangsamt: China und USA bremsen

Die weltweite Nachfrage nach Elektroautos wächst weiter, aber deutlich langsamer als in den Vorjahren. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in 43 wichtigen Märkten rund 6,6 Millionen reine batteriebetriebene Elektroautos (BEVs) neu zugelassen, wie die Unternehmensberatung PwC ermittelte. Das entspricht einem Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Wachstum von über einem Drittel im ersten Halbjahr 2025 und knapp einem Drittel im Gesamtjahr 2025.

China: Absatzrückgang im größten E-Auto-Markt

China, der mit Abstand größte Markt für Elektroautos, verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Rückgang der BEV-Neuzulassungen um fünf Prozent auf knapp 3,6 Millionen. Im zweiten Quartal zeigte sich jedoch eine leichte Erholung. Parallel zum schrumpfenden Gesamtmarkt stieg der Anteil der reinen Stromer an den Neuzulassungen im zweiten Quartal auf 44 Prozent. Dieser hohe Anteil verdeutlicht die weiterhin starke Position von Elektroautos in China, auch wenn die absoluten Zahlen sinken.

USA: Starker Einbruch durch fehlende Förderung

In den USA fielen die BEV-Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 22 Prozent auf 460.000 Fahrzeuge. Damit liegt der Marktanteil bei nur sechs Prozent. Ein wesentlicher Grund ist die Kürzung der staatlichen Förderung: Die US-Regierung unter Donald Trump strich die Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für E-Auto-Käufe. Diese Maßnahme dämpfte die Nachfrage erheblich.

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Europa: deutliches Wachstum trotz Gegenwind

In Europa entwickelte sich der Markt dagegen positiv. In der EU sowie Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz wurden knapp 1,6 Millionen BEVs neu zugelassen – ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil stieg auf 22 Prozent. Besonders stark fiel das Wachstum in Frankreich, Italien und Deutschland aus. Letzteres war erneut der größte Einzelmarkt in Europa, noch vor dem Vereinigten Königreich und Frankreich.

Harald Wimmer von PwC kommentierte die Entwicklung: „Die Ölpreisentwicklung wirkt wie ein externer Beschleuniger für die Verbreitung der Elektromobilität. Entscheidend ist jedoch vor allem die technologische Reife der aktuellen Modellgeneration: hohe Reichweiten, wettbewerbsfähige Preise und klare Vorteile bei den Betriebskosten. Das verändert die Marktlogik nachhaltig.“

Insgesamt zeigt der Markt eine differenzierte Entwicklung: Während die traditionellen Automobilnationen Europa und die USA unterschiedliche Tendenzen aufweisen, bleibt China trotz temporärer Schwäche der dominierende Akteur. Die langfristigen Perspektiven für Elektroautos sind durch technologische Fortschritte und sinkende Kosten weiterhin positiv, auch wenn das kurzfristige Wachstum gebremst wird.

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