Eric Dubois ist sich der Herausforderung bewusst, die ihn als neuer Cheftrainer der Eisbären Berlin erwartet. „Es gilt, große Schuhe zu füllen. Das steht fest“, sagte der 56 Jahre alte Kanadier am Donnerstagabend in einem Pressegespräch. „Aber ich sehe das als großartige Gelegenheit. Ich will ein Teil dieser Meisterschafts-Mentalität werden, die es hier in Berlin gibt.“
Überraschende Berufung zum Headcoach
Einen Tag zuvor war Dubois beim Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) als Nachfolger von Serge Aubin vorgestellt worden. Aubin wechselte nach fünf Titeln in sechs Jahren zum SC Bern. Die Entscheidung kam überraschend, schließlich hatte Dubois im Profibereich noch nie als Headcoach gearbeitet. Seine bisherige Karriere umfasst Stationen im kanadischen Juniorenbereich sowie neun Jahre als Co-Trainer bei Manitoba Moose, dem Farmteam der Winnipeg Jets, in der American Hockey League (AHL). Vor einem Jahr wechselte er als Assistenztrainer zum ERC Ingolstadt in die DEL.
„Ich fühle mich bereit“
Dubois zeigte sich selbst „überrascht“, als Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer ihm den Cheftrainer-Posten anbot. „Aber ich fühle mich bereit – und das schon seit langem.“ Dass es im Umfeld Skepsis hinsichtlich seiner Berufung geben dürfte, sei ganz „natürlich“, räumte er ein. „Aber ich kann mir über Nebengeräusche keine Gedanken machen. Ich habe einen Job für den Club und die Spieler zu erledigen.“
Offensives Eishockey als Philosophie
Richer selbst ließ keine Zweifel an seiner Entscheidung aufkommen. Er kennt Dubois schon länger, zudem hatte der neue Cheftrainer auch schon im Trainingslager der Eisbären hospitiert. „Als Serge weggegangen ist, war er der erste Name, den ich im Kopf hatte“, betonte Richer. „Für ihn spricht, dass er ein Eishockey-Fachmann ist. Er ist eine gute Wahl für uns.“ Auch seine Spielphilosophie passt zur Identität der Berliner. „Ich mag Eishockey mit viel Tempo und einem schnellen Umschaltspiel“, sagte Dubois. „Ich denke, das ist die neue Art des Eishockeys. Die besten Mannschaften spielen alle so und setzen den Gegner unter Druck.“
Herausforderungen nach dem Hattrick
Seine größten Aufgaben sieht er nun darin, dafür zu sorgen, dass die Spieler nach den großen Belastungen der vergangenen Jahre „frisch“ in die Saison gehen – und sie nach drei Meisterschaften in Serie nicht „satt“ sind. Der Debütant will da als Vorbild vorangehen: „Ich bin sehr hungrig.“



