Britischer Großaktionär Frasers will Hugo Boss komplett übernehmen
Frasers will Hugo Boss übernehmen

Der britische Großaktionär Frasers Group strebt die vollständige Übernahme des schwäbischen Modeherstellers Hugo Boss an. Wie das Unternehmen nach Börsenschluss mitteilte, wird es ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 38 Euro je Boss-Aktie unterbreiten. Die Hugo-Boss-Aktie reagierte darauf mit Kursgewinnen.

Angebot für alle ausstehenden Aktien

Das Angebot gilt für sämtliche Aktien, die Frasers nicht bereits besitzt. Derzeit hält die britische Gruppe nach eigenen Angaben einen direkten Anteil von gut 26 Prozent an dem Modeunternehmen aus Metzingen. Für die verbleibenden knapp 74 Prozent der Anteile müsste Frasers rund zwei Milliarden Euro aufwenden. Der gesamte Edelschneider würde damit mit etwa 2,7 Milliarden Euro bewertet. Eine Mindestschwelle für die Annahme des Angebots gibt es nicht. Allerdings müssen die zuständigen Aufsichtsbehörden dem Deal noch zustimmen.

Spannungen zwischen Aktionär und Führung

In der jüngeren Vergangenheit hatte es Unstimmigkeiten zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss gegeben. So entzog Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm im Dezember das Vertrauen. Streitpunkt war unter anderem die Dividendenzahlung. Am Dienstag lenkte Frasers jedoch ein und bekundete seine Unterstützung für Sturm sowie die Dividendenpolitik. In der Mitteilung hieß es, Frasers sei ein langfristig orientierter Investor von Hugo Boss und stehe weiterhin hinter Aufsichtsratschef Sturm und Vorstandschef Daniel Grieder.

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Hintergrund: Frasers und Mike Ashley

Frasers gehört mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley. Die Unternehmensgruppe hält bereits mehrere Modemarken, darunter vor allem Sportmarken wie Lonsdale und Everlast. Zudem gehört der Onlinehändler Sports Direct zu Frasers. Die Briten besitzen auch weitere Finanzinstrumente für Hugo-Boss-Aktien, darunter sogenannte Put-Optionen. Hätten diese Optionen ausgeübt werden können, wäre Frasers bei Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle ohnehin zu einem Pflichtangebot verpflichtet gewesen. Mit dem freiwilligen Angebot will Frasers nun das Investment in Hugo Boss festigen.

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