Gebrauchtes E-Auto kaufen: Diese Fehler kosten Tausende Euro
Gebrauchtes E-Auto kaufen: Diese Fehler kosten Tausende

Der Markt für gebrauchte Elektroautos wächst rasant, doch viele Käufer machen teure Fehler. Laut DEKRA-Gutachter Stefan Novitski können Unwissenheit und Nachlässigkeit schnell mehrere Tausend Euro kosten. „Besonders bei der Batterie und der Ladehistorie gibt es Fallstricke, die man unbedingt vermeiden sollte“, warnt der Experte.

Die häufigsten Fehler beim Gebrauchtwagenkauf von E-Autos

Ein zentraler Punkt ist der Zustand der Hochvoltbatterie. Viele Käufer verlassen sich auf die Reichweitenangabe des Bordcomputers, die jedoch oft optimistisch ist. Novitski rät, eine professionelle Batteriediagnose durchführen zu lassen. „Ein reiner Blick auf die Kilometerzahl reicht nicht. Die Batteriegesundheit (State of Health, SoH) ist entscheidend für den Restwert.“

Ein weiterer Fehler: die Vernachlässigung der Ladehistorie. Häufiges Schnellladen kann die Batterie schneller altern lassen. Käufer sollten prüfen, ob das Fahrzeug überwiegend an Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) geladen wurde. „Ein Auto, das ständig an Schnellladern hing, kann eine deutlich geringere Restkapazität haben“, so Novitski.

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Kostenfallen durch mangelnde Wartung

Auch die Wartung wird oft unterschätzt. Elektroautos haben zwar weniger Verschleißteile als Verbrenner, aber Komponenten wie die Kühlflüssigkeit für die Batterie oder die Bremsflüssigkeit müssen regelmäßig gewechselt werden. Fehlende Service-Nachweise können später zu teuren Reparaturen führen. „Ein fehlender Eintrag im Serviceheft kann den Wert um mehrere Hundert Euro mindern“, betont der Gutachter.

Zudem sollten Käufer auf Software-Updates achten. Viele Hersteller verbessern mit Updates die Effizienz oder beheben Fehler. Ein E-Auto ohne aktuelle Software kann weniger Reichweite bieten oder anfälliger für Störungen sein.

Karosserie und Lack: Auch bei E-Autos ein Thema

Nicht nur die Technik, auch die Karosserie kann teure Überraschungen bereiten. Besonders bei älteren E-Autos wie dem Smart EQ oder dem Nissan Leaf ist Rost an den Radläufen oder der Unterbodenverkleidung ein bekanntes Problem. „Die Batterie ist meist gut geschützt, aber die Karosserie kann rosten. Das kostet schnell 1000 Euro und mehr“, warnt Novitski.

Ein weiterer Punkt: die Reifen. Elektroautos sind schwerer als vergleichbare Verbrenner, was zu höherem Reifenverschleiß führt. Käufer sollten das Reifenalter und das Profil genau prüfen. Neue Reifen können mit 600 bis 1000 Euro zu Buche schlagen.

Fazit: Professionelle Prüfung spart Geld

Stefan Novitski empfiehlt, vor dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos immer einen unabhängigen Gutachter hinzuzuziehen. „Eine professionelle Batteriediagnose kostet etwa 100 bis 200 Euro, kann aber mehrere Tausend Euro sparen, indem sie versteckte Mängel aufdeckt.“ Zudem sollten Käufer eine Probefahrt machen und dabei auf ungewöhnliche Geräusche oder Warnmeldungen achten. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich ein gutes E-Auto gebraucht finden – ohne böse Überraschungen.

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