Helsing sammelt 1,8 Milliarden Dollar für KI-Drohnen ein
Helsing sammelt 1,8 Milliarden Dollar für KI-Drohnen

Der Münchner Drohnen- und Softwarehersteller Helsing hat in einer der bislang größten Finanzierungsrunden für europäische Start-ups 1,8 Milliarden Dollar (etwa 1,65 Milliarden Euro) eingeworben. Das 2021 gegründete Unternehmen wird nun mit 18 Milliarden Dollar bewertet, wie Helsing mitteilte. Zu den Investoren zählen der kanadische Pensionsfonds CCP Investments, JP Morgan Chase und Goldman Sachs Alternatives. Die Mehrheit der Anteile bleibt jedoch in europäischer Hand.

Technologieentwicklung im Fokus

Helsing versteht sich nicht mehr als Start-up, sondern als sogenannter „Neo Prime“ – ein softwarezentriertes Jungunternehmen, das mit etablierten Rüstungskonzernen konkurriert. Der technologische Schwerpunkt liegt auf KI-gestützter Software zur Steuerung unbemannter Flugzeuge. Das Unternehmen beliefert unter anderem die ukrainischen Streitkräfte mit Kamikazedrohnen und produziert seit vergangenem Jahr Unterwasser-Aufklärungsdrohnen. Zudem entwickelt Helsing einen unbemannten Kampfjet, der mit Hilfe des 2025 übernommenen Flugzeugbauers Grob Aircraft entstehen soll.

Investorengelder für KI-Plattformen

Die neuen Gelder sollen vor allem in die Entwicklung neuer KI-Plattformen fließen. Laut Helsing war die Finanzierungsrunde stark überzeichnet, was bedeutet, dass das Unternehmen noch mehr Kapital hätte aufnehmen können. Diese Entwicklung zeigt, dass „Neo Primes“ bei Investoren weiterhin gefragt sind, während traditionelle Rüstungsaktien wie Rheinmetall in diesem Jahr an Wert verloren haben. Der Rheinmetall-Kurs hat sich seit Januar halbiert, liegt aber immer noch deutlich über dem Niveau von vor fünf Jahren. Der Panzer- und Geschützhersteller KNDS verschob kürzlich seinen geplanten Börsengang.

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Konkurrenz für etablierte Rüstungskonzerne

Mit rund 400 Mitarbeitern und einer Bewertung von 18 Milliarden Dollar positioniert sich Helsing als ernstzunehmende Konkurrenz für traditionelle Rüstungsunternehmen. Vor knapp zwei Wochen hatte bereits das bayerische Start-up Quantum Systems eine Finanzierungsrunde über eine Milliarde Dollar abgeschlossen. Helsing plant, die neuen Mittel in die Weiterentwicklung seiner Software und die Expansion in neue Bereiche wie Unterwassertechnologie und Kampfjets zu investieren.

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