Ein illegales Drogenlabor zur Herstellung von Crystal Meth in Ludwigsfelde südwestlich von Berlin ist am Mittwoch bei einer Großrazzia entdeckt worden. Seitdem durchsuchen Polizei und Zollfahnder das zweistöckige Gebäude in einem Gewerbegebiet. Nach ersten Erkenntnissen wurde dort vor allem die hochsüchtig machende Droge Methamphetamin produziert, teilten Staatsanwaltschaft und Zollfahndung mit.
Chemiker analysieren gefährliche Chemikalien
Seit Mittwoch sind Chemiker im Einsatz, um die Grundstoffe für die Drogenproduktion zu analysieren. „Wir sind gerade noch in der Sichtung und in der Bewertung“, sagte Christian Lanninger, Sprecher des Zollfahndungsamtes. Auch Spezialisten des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) arbeiten mit Schutzanzügen in der weiträumig abgesperrten Lagerhalle, um Spuren und Beweise zu sichern. Insgesamt 40 bis 50 Einsatzkräfte sind vor Ort. Man hoffe, den Einsatz am Freitag abschließen zu können.
Sieben Festnahmen bei Razzia
Die Razzia am Mittwoch umfasste neben dem Drogenlabor auch 14 weitere Räume und Wohnungen der mutmaßlichen Drogenhändlerbande in Berlin und Brandenburg. Sieben mutmaßliche Täter wurden festgenommen, sechs in Berlin und einer in Heidelberg. Ein Verdächtiger wurde wieder entlassen, sechs sollen Haftrichtern vorgeführt werden. Rund 200 Polizisten und Fahnder waren an dem Einsatz beteiligt.
Ähnlicher Fall in Nauen
Die Entdeckung erinnert an ein noch größeres Drogenlabor in Nauen im Landkreis Havelland, das Ende Oktober 2025 ausgehoben wurde. Damals wurden 400 Kilogramm Drogen in Kristallform und tonnenweise Chemikalien gefunden. Die Untersuchung dauerte eine Woche, zwölf große Container mit Müll und Chemikalien wurden abtransportiert.
Zu synthetischen Drogen zählen Aufputschmittel wie Amphetamine, MDMA oder Ecstasy-Pillen. Crystal Meth ist ein besonders starkes und süchtig machendes Methamphetamin.



