Jan Ullrich kehrt als Gast zur Tour de France zurück
Jan Ullrich: Tour-Rückkehr nach 20 Jahren

20 Jahre nach seinem Ausschluss wegen Verbindungen zum Dopingarzt Eufemiano Fuentes ist der frühere deutsche Radstar Jan Ullrich als Zaungast zur Tour de France zurückgekehrt. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 war viele Jahre beim wichtigsten Radrennen der Welt aufgrund seines Dopingskandals eine unerwünschte Person. Nach seinem umfangreichen Dopinggeständnis wurde der Bann jedoch aufgehoben. Nun war Ullrich mit seinen Söhnen vor Ort und wurde von den vielen deutschen Fans an der Strecke gefeiert.

Ullrich zeigt sich überglücklich über Rückkehr

„Ich freue mich wirklich extrem. Also, es ist wirklich mein erster Besuch überhaupt als Gast, als Fan sozusagen bei der Tour de France. Und dann natürlich so eine epische Etappe wie heute in den Vogesen“, sagte Ullrich in der ARD. Der 52-Jährige betonte, dass es ihm schwergefallen sei, an die Öffentlichkeit zu gehen. „So schwer, dass ich über viele Jahre zu der Depression gekommen bin. Ich habe mir das nicht vorstellen können, dass ich das irgendwie mal der breiten Masse praktisch auch preisgebe. Ich wollte das mit mir selbst ausmachen. Ich habe das ständig in mir reingefressen, habe Riesenprobleme gekriegt, wie jeder weiß.“

Reinen Tisch gemacht

2023 hatte Ullrich in einer Dokumentation mit seiner Dopingvergangenheit aufgeräumt, ein Jahr später erschien auch sein Buch. Reinen Tisch zu machen sei „die beste Sache gewesen, die ich machen konnte“. Ullrich vertraut der heutigen Generation: Geheimnisse gebe es kaum mehr, ergänzte Ullrich: „Ich habe ja auch die Doku rausgebracht, ein Buch geschrieben. Also ich glaube, ich habe die Hose runtergelassen sozusagen.“ Es sei damals „eine dunkle Epoche“ gewesen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verbesserungen im Radsport

Ullrich glaubt, dass sich heutzutage einiges verbessert habe, auch wenn er nicht so nah dran sei. „Diese ganzen Kontrollen sind noch mal mehr geworden und auch die Strafen sind höher geworden, was ich auch gut finde. Und ich glaube, man hat daraus gelernt, auf alle Fälle“, betonte der Olympiasieger von 2000. Ullrich würde gerne zur heutigen Zeit nochmal Radprofi sein. „Ja, es juckt“, meinte er: „Mich würde es schon mal reizen. Also wenn ich 20 Jahre jünger wäre, würde ich noch mal antreten.“ Er habe damals „super viele Kilometer falsch trainiert“, sagte Ullrich und verwies auf die aerodynamischen Räder, die verbesserte Kleidung und vor allem die Ernährung.

Deutsche Hoffnungsträger

Mit Florian Lipowitz habe Deutschland wieder ein „Eisen im Feuer“. Dem 25-Jährigen traut Ullrich „auf alle Fälle das Podium zu“. Bereits im Vorjahr hatte Lipowitz als erster Deutscher seit 2006 das Podium in Paris erreicht. „Und mal gucken, wie weit es noch geht. Der Kampf ist, glaube ich, noch offen und spannend“, so Ullrich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration