Mazda 6e im Test: Elektro-Limousine mit Chinesen-Hilfe und viel Stil
Mazda 6e Test: Schöner Elektro-Japaner mit China-Unterstützung

Mazda bietet die Mittelklasse mit der Kennziffer 6 künftig nur noch elektrisch an. Der Mazda 6e entstand mit Hilfe des chinesischen Autokonzerns Changan auf der EPA1-Plattform und wird für Europa mit Anpassungen aus Oberursel gefertigt. Das Ergebnis ist eine optisch ansprechende Fließheck-Limousine mit großem Kühlergrill, rahmenlosen Scheiben und sanft auslaufender Dachlinie.

Innenraum: Luxuriöse Anmutung mit chinesischen Spuren

Das braune Interieur mit Veloursledernachbildung und Nappaleder sowie zahlreichen Ziernähten an Armaturentafel, Mittelkonsole und Türen vermittelt einen Hauch von Luxus. Auf den zweiten Blick fällt jedoch die lieblose Display-Landschaft auf: große Displayflächen mit wenig ästhetischer Schriftart und verschnörkelte Becherhalter verweisen auf den chinesischen Einfluss. Die Sitze sind ordentlich, und im Fond bietet der 4,92 Meter lange Wagen mit 2,90 Metern Radstand überbordende Beinfreiheit und angemessenen Sitzkomfort – fast unübertroffen in diesem Segment.

Antrieb und Akku: Solide Werte, aber keine Lade-Bestmarken

Der getestete Mazda 6e hat eine LFP-Batterie mit 68,8 kWh brutto (knapp 70 kWh) und eine WLTP-Reichweite von 479 Kilometern. Die maximale Ladeleistung beträgt 165 kW, im Test lud das Auto binnen 17 Minuten von 5 auf knapp 50 Prozent. Laut Hersteller sind 80 Prozent in 24 Minuten möglich. Eine Long-Range-Version mit 80 kWh und nur 90 kW Ladeleistung wird kaum beworben. Mazda weist offen auf mögliche längere Ladezeiten hin. Eine Akku-Konditionierung ab 30 Prozent SOC und eine Wärmepumpe sind serienmäßig.

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Fahrleistungen: Ausreichend Power für den Alltag

Der Hecktriebler leistet 258 PS (190 kW) und 320 Nm Drehmoment, beschleunigt in 7,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 175 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Fahrwerk ist eher auf Komfort als auf Dynamik ausgelegt – eine Abweichung von der typischen Mazda-Handschrift. Für den Alltag auf Autobahn und Landstraße reicht der Druck jedoch völlig aus.

Ausstattung und Preis: Hammerpreis mit umfangreicher Serie

Der Grundpreis von 44.900 Euro umfasst Head-up-Display, elektrische Heckklappe, Rundumkamera und aktiven Tempomaten. Der große Zentralscreen ist ebenfalls Serie, die Menüführung wirkt jedoch unübersichtlich. Die Assistenzsysteme neigen zu Dauer-Alarmen – etwa bei einem kurzen Blick zum Beifahrer – lassen sich aber abschalten. Der Kofferraum fasst 330 bis 700 Liter, dazu kommen 70 Liter Frunk.

Fazit: Starke Alternative in der Mittelklasse

Der Mazda 6e bietet ein komfortables, praktisches Auto zum günstigen Preis. Er lädt nicht am schnellsten und hat Schwächen bei Assistenz und Bedienung, überzeugt aber mit Ausstattung und Raumangebot. Trotz fehlender Höchstleistungen ist er eine echte Alternative zum deutschen Wettbewerb.

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