Nissan hat den elektrischen Ariya für das Modelljahr 2026 überarbeitet. Das SUV punktet mit viel Platz, einer leisen Kabine, neuen Infotainment-Funktionen und cleveren Details. Bei Verbrauch und Preis liegt es jedoch auf hohem Niveau. Zudem ist die Ladeleistung nur mäßig.
Preise und Antriebe
Kunden wählen bei den Motoren aus zwei Leistungsstufen. Das frontgetriebene Einstiegsmodell Evolve Pack (4x2) mit 178 kW/242 PS startet bei 58.840 Euro. Die Allrad-Topversion e-4ORCE (4x4) verteilt 225 kW/306 PS auf beide Achsen und kostet mindestens 63.840 Euro. Getestet wurde die frontgetriebene Version.
Design und Innenraum
Ein geschlossener Kühlergrill prägt die Frontpartie mit dem markentypischen V-Motiv. Flache LED-Scheinwerfer sorgen für eine eigenständige Lichtsignatur. In der Seitenansicht dominieren 20-Zoll-Leichtmetallräder. Eine flach abfallende Dachlinie verleiht dem SUV eine gestreckte Silhouette. Am Heck verbindet ein durchgehendes Band die LED-Rückleuchten.
Im Innenraum empfängt der SUV seine Passagiere mit einem großen Platzangebot. Fahrer und Beifahrer sitzen auf vielfach elektrisch einstellbaren Sitzen mit Heiz- und Kühlfunktion. Die Sitze sind mit einer schwarzen Mischung aus Ledernachbildung und synthetischem Wildleder bezogen. Reichlich Dämmmaterialien halten Wind- und Abrollgeräusche auf angenehm leisem Niveau. Ein cleveres Detail ist die elektrisch längs verschiebbare Mittelkonsole.
Infotainment und Komfort
Direkt vor der Mittelkonsole ist nun eine induktive Ladeschale platziert. Das Infotainment arbeitet mit integriertem Google Maps, das Routen mit akkuraten Verkehrsinformationen plant. Zwei 12,3 Zoll große Bildschirme liefern scharfe Grafiken, ergänzt durch ein 10,8-Zoll-Head-up-Display. Ein Bose-Soundsystem mit zehn Lautsprechern sorgt für musikalische Untermalung.
Fahrverhalten und Verbrauch
Das Fahrwerk ist vergleichsweise straff abgestimmt, was besonders auf Bodenschwellen auffällt. Der SUV beschleunigt in 7,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 160 km/h. Die e-Pedal Step genannte Funktion erlaubt fast durchgängiges Beschleunigen und Verzögern mit dem Fahrpedal, aber nicht bis zum Stillstand. Die Lenkung reagiert sportlich-direkt.
Während der Ausfahrten in Spanien bei Temperaturen bis 40 Grad Celsius zeigte der Elektromotor einen überraschend hohen Energiehunger. Der Bordcomputer wies einen Durchschnittsverbrauch von fast 25 kWh pro 100 Kilometer aus. Für ein modernes Fahrzeug mit Frontantrieb in dieser Gewichts- und Größenklasse ist das hoch. Nissan gibt den Normverbrauch zwischen 18,2 und 18,7 kWh an.
Reichweite und Laden
Die Batterie hat eine nutzbare Kapazität von 87 kWh. Nach WLTP sind theoretisch bis zu 531 Kilometer möglich, im Alltag schmelzen die Werte jedoch zusammen. Echte 350 bis 400 Kilometer sind bei diesen Bedingungen und Kühlbedarf machbar. An der Schnellladesäule nimmt der Ariya maximal 130 kW Gleichstrom auf – gerade noch solide, aber kein Spitzenwert. Wechselstrom fließt dreiphasig mit 11 kW. Positiv hervor sticht die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), die den Ladeanschluss zur Haushaltssteckdose macht.
Assistenzsysteme und Praxis
Die vorgeschriebenen digitalen Helfer agieren wenig charmant. Der Spurhalteassistent greift früh in die Lenkung ein, der Geschwindigkeitswarner drängt sich akustisch in den Vordergrund. Neu ist eine 360-Grad-Rundumsicht mit Skelett-Ansicht, die die Motorhaube durchsichtig macht, aber pixelig wirkt.
Der Kofferraum fasst 468 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen bis zu 1.350 Liter. Eine elektrische Heckklappe reagiert auf Fußgesten. Die Zuladung von bis zu 409 kg kann für vier Erwachsene samt Gepäck knapp werden.
Fazit
Nissan verlangt für den Ariya viel Geld. Die umfangreiche Serienausstattung gleicht den Grundpreis teilweise aus, dennoch bewegt sich das Fahrzeug preislich in einer anspruchsvollen Liga. Angesichts der eingeschränkten Ladeleistung und des hohen Verbrauchs bleibt der geforderte Betrag ambitioniert. Wer viel Platz und ungewöhnliches Design sucht, findet im Ariya trotzdem ein interessantes Angebot.



