O2 Telefónica baut jede sechste Stelle ab – 1.100 Jobs weg
O2 Telefónica baut jede sechste Stelle ab

Der Mobilfunker O2 Telefónica baut in Deutschland jede sechste Stelle ab. Bis Ende 2026 soll die Zahl der Vollzeitstellen um bis zu 1.100 sinken, wie das Unternehmen in München mitteilte. Im Januar beschäftigte die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns noch 6.820 Vollzeitkräfte. Den Mitarbeitern werden nun Abfindungen und andere Angebote unterbreitet, um freiwillig auszuscheiden.

60 O2-Shops schließen – Kosten von 265 Millionen Euro

Zudem wird die Zahl der rund 800 O2-Shops bis zum Jahresende um 60 reduziert. Betroffen sind ausschließlich eigene Standorte, nicht die von Franchise-Partnern. Die Restrukturierungskosten beziffert das Unternehmen auf 265 Millionen Euro; entsprechende Rückstellungen wurden gebildet.

Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse erklärte: „Mit den Maßnahmen sichern wir die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Telefónica Deutschland. Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz Künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen.“

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Weitere Sparrunde bis 2028 geplant

Die Kürzungen sollen 2027 fortgesetzt werden. Das Unternehmen will die Organisation bis 2028 „bedarfsgerecht weiter verschlanken“, wie es in der Mitteilung heißt. Der Rotstift wird dann vor allem bei Callcentern und im Vertrieb angesetzt. Für diese zweite Sparrunde sind Rückstellungen von bis zu 155 Millionen Euro vorgesehen. Sind beide Phasen umgesetzt, erwartet O2 ab 2028 jährliche Kostensenkungen von rund 185 Millionen Euro.

Verlust des Großkunden 1&1 belastet

Hintergrund des Stellenabbaus ist der Verlust des größten Firmenkunden: 1&1 nutzte jahrelang das O2-Netz und zahlte Miete, wechselte aber mit seinen zwölf Millionen Handykunden zum Konkurrenten Vodafone. Dadurch fehlen O2 erhebliche Einnahmen. Der langjährige Firmenchef Markus Haas trat Ende 2024 zurück; Anfang 2025 übernahm der Deutsch-Spanier Argelich Hesse die Führung, um das Unternehmen zu sanieren.

Netzabdeckung im Vergleich

Laut Bundesnetzagentur erreichte O2 Telefónica im Dezember 2025 mit seinem 4G-Netz 88,6 Prozent der Fläche Deutschlands, mit 5G 76,2 Prozent. Der Abstand zur Telekom hat sich verringert: Die Telekom kommt auf 92,5 Prozent (4G) und 87,9 Prozent (5G). Vodafone liegt bei 91,7 Prozent (4G) und 75,7 Prozent (5G). O2s Hauptgeschäft ist Mobilfunk; Festnetz-Internet wird über das Netz von Konkurrenten angeboten und ist ein Nebengeschäft.

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