Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Deutschland bei der Drohnentechnologie als führend in Europa bezeichnet. Bei einem Besuch des Rüstungskonzerns Hensoldt in Oberkochen (Ostalbkreis) sagte er vor Journalisten: „Die deutsche Öffentlichkeit glaubt, in Teilen jedenfalls immer noch, dass wir bei Drohnen hintendran wären, das ist längst Geschichte. Wir sind in Europa, das können Ihnen alle Fachleute bestätigen, längst vorne.“
Entwicklungsvorsprung ausbauen
Pistorius kündigte an, diesen Vorsprung weiter ausbauen zu wollen. Dazu stehe man im engen Austausch mit der Ukraine, wo der Krieg die veränderte Kriegsführung zeige. „Alte Systeme“ wie Panzer, Schiffe und Flugzeuge blieben zwar notwendig, um Raum zu halten oder einzunehmen. „Wir werden auch Infanterie immer gebrauchen, aber wir werden mehr Drohnen brauchen, wir werden mehr unbemannte Systeme auch zu Land brauchen“, so der Minister.
Hensoldt: Spezialist für Radare und Sensorik
Die Firma Hensoldt ist auf Radare und optische Systeme spezialisiert und entwickelt Sensoren, Elektronik und Software für Heeres-, See-, Luft- und Raumfahrtstreitkräfte sowie zur Abwehr von Cyberangriffen. Das börsennotierte Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,46 Milliarden Euro.
Bedeutung der Drohnentechnologie
Der Ukraine-Krieg habe gezeigt, dass Drohnen eine zentrale Rolle in der modernen Kriegsführung spielen. Pistorius betonte, dass Deutschland diesen Trend früh erkannt habe und nun die Früchte der Investitionen ernte. Die enge Kooperation mit der Ukraine solle helfen, die Technologie weiterzuentwickeln und an die aktuellen Anforderungen anzupassen.



