Zwei Angler aus Frankreich haben einen außergewöhnlichen Fang gemacht: Sie zogen einen 2,30 Meter langen Wels aus dem Fluss Ognon – und entdeckten im Maul des Fisches ein ganzes Huhn. Der Fang ereignete sich in der Nähe von Sauvagney im Osten Frankreichs, wie die Zeitung L'Est Républicain berichtete.
Kampf mit dem Riesenwels
Paul Marichal (23), Konditor und Hobbyangler, erzählte BILD von dem Erlebnis: „Ich war mit meinem Freund William am Fluss Ognon bei Sauvagney angeln.“ Das Gewässer trennt die Départements Haute-Saône und Doubs und gilt als gutes Angelrevier für Welse, Hechte und Barsche. Paul spürte sofort, dass etwas Großes an der Angel war. „Rund 20 Minuten dauerte es, dann hatten wir ihn draußen“, so der Angler. Der Wels maß stolze 2,30 Meter. Eine Freundin hielt den Moment mit einem Foto fest.
Überraschung im Fischmaul
Doch die Angler staunten nicht nur über die Größe des Fisches. „Wir zogen ein ganzes Huhn aus dem Fisch. Es kam nicht von selbst heraus und war schon am Verwesen“, berichtete Paul. Auf unscharfen Fotos der Freunde sind sowohl das gefiederte Tier als auch einige eierähnliche Gebilde zu erkennen. Experten sind sich jedoch uneinig, ob es sich tatsächlich um ein Huhn handelt.
Expertenmeinung zum Fund
BILD zeigte die Fotos dem Wels-Experten Stefan Seuß (46), der vor drei Jahren selbst einen 2,81 Meter langen Rekordfisch aus dem Po in Italien angelte. Seuß vermutet: „Es könnte auch ein Wasservogel, eventuell eine Ente, sein.“ Für ihn ist der Fund nichts Ungewöhnliches, da Welse als Allesfresser gelten. Er selbst habe bereits Biberratten (Nutrias) und Gedärme aus Welsen gezogen. In Heidelberg schnappte ein Wels sogar nach einem Volleyball, Passanten mussten ihn retten.
Alexander Seggelke (46), Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverbands, erklärte gegenüber BILD: „Der Wels ist ein Opportunist. Alles, was vor seiner Nase schwimmt, ist potenzielle Beute. In Italien haben Welse sich auf Tauben spezialisiert, die am Wasser trinken. Seine Jagdstrategie ist wie beim Krokodil: Zwei Wochen frisst er nichts – und dann reicht ihm so ein ganzer Wasservogel auf einmal für längere Zeit.“
Schicksal des Fisches
Nachdem die beiden Franzosen den Ekelfund entfernt und ihr Foto gemacht hatten, ließen sie den Wels wieder frei. „Das machen wir immer so, wenn wir große Fische fangen“, erklärte Paul gegenüber BILD. Experten raten vom Verzehr so großer Exemplare ohnehin ab: „Zu tranig, zu fettig“, sagte Stefan Seuß.



