Der US-Fahrdienst Uber will einem Bericht der „Financial Times“ zufolge am Donnerstag ein rund 12,5 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für den Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero vorlegen. Das Angebot sehe 41 Euro je Aktie vor, hieß es in dem Bericht vom Mittwoch unter Berufung auf mehrere Quellen.
Details des Übernahmeangebots
Die Aktien von Delivery Hero waren im Xetra-Handel um 2,3 Prozent auf 38,18 Euro gefallen. Das Uber-Angebot liegt damit rund 7,4 Prozent über dem aktuellen Kurs. Delivery Hero hatte am Dienstag fortgeschrittene Gespräche mit Uber über ein Übernahmeangebot bestätigt, jedoch keinen Preis genannt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor gemeldet, die Offerte werde deutlich über 36 Euro je Aktie liegen.
Uber war erst im April bei Delivery Hero eingestiegen und hat seine Beteiligung inzwischen auf 24,99 Prozent ausgebaut. Einschließlich Derivaten haben die Amerikaner sogar Zugriff auf knapp 37 Prozent der Anteile. Berichten zufolge hat sich Uber bereits das Anteilspaket des Hongkonger Investors Aspex Management gesichert. Ende Mai hatte Uber eine Offerte über 33 Euro je Aktie für Delivery Hero in Aussicht gestellt, war damit aber angesichts des gestiegenen Aktienkurses abgeblitzt.
Wettbewerbsbedenken und Teilverkäufe
Um zu große Überlappungen mit dem Geschäft des Tochterunternehmens „Uber Eats“ zu vermeiden, das ebenfalls Speisen aus Restaurants ausliefert, wolle Uber die türkische Tochter Yemeksepeti sowie Lieferdienste in anderen europäischen Ländern an einen Investor abgeben. Uber Eats und Delivery Hero machen sich auch in Polen, Portugal, Spanien und Schweden Konkurrenz. Wenn sie sich zusammentun, könnte das die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen.
Aktionärsstruktur und regulatorische Hürden
Zweitgrößter Aktionär von Delivery Hero ist der niederländische Investor Prosus mit 16,8 Prozent. Prosus muss seinen Anteil eigentlich wegen der Übernahme des Delivery-Hero-Rivalen Just Eat Takeaway bis zum Spätsommer auf weniger als zehn Prozent abbauen, hat die EU aber wegen der veränderten Lage um Aufschub gebeten. Die Übernahme würde die Konsolidierung im hart umkämpften Markt für Essenslieferungen in Europa vorantreiben.



