US-Militär greift erneut Iran an – Tote und Verletzte bei Angriffen
US-Militär greift erneut Iran an – Tote gemeldet

Die USA haben eine erneute Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Das US-Zentralkommando Centcom teilte auf der Plattform X mit, die Attacke um 3.00 Uhr nordamerikanischer Zeit (21.00 MESZ) gestartet zu haben. „Die Angriffe richten sich gegen iranische Militäreinrichtungen, die dazu dienen, Schiffe zu bedrohen, die die Straße von Hormus (...) frei durchfahren“, heißt es. Es ist bereits die zweite Angriffswelle am Mittwoch. Das US-Militär schloss eigenen Angaben zufolge eine 90-minütige Welle von Angriffen gegen Ziele im Iran ab. Die Luftschläge richteten sich gegen Küstenverteidigungssysteme sowie Lager- und Abschussanlagen für Marschflugkörper auf der größeren der beiden Tunb-Inseln.

Tote und Verletzte bei US-Luftangriffen

Die jüngsten US-Luftangriffe auf Ziele im Iran haben nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums mehr als 35 Menschen das Leben gekostet. Mindestens 72 Menschen seien zudem in den vergangenen Tagen mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte Ministeriumssprecher Hossein Kermanpur. Die Zahl der Verletzten lag damit deutlich höher als bei allen anderen jüngsten Angriffen auf den Iran. Laut staatlichem Fernsehen kündigte das iranische Militär eine entschlossene Antwort auf „diese aggressive Aktion des amerikanischen Feindes“ an. Bei US-Luftangriffen auf einen iranischen Militärstützpunkt im Südosten des Landes wurden in der Nacht mindestens sieben Menschen getötet, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die iranische Armee berichtet. Demnach schlugen 13 Raketen in ein Gästehaus, Wachposten und Unterkünfte auf dem Stützpunkt Bampur nahe der Stadt Iranschahr ein. Mehrere Personen wurden verletzt.

Iran droht mit Blockade der Straße von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohen mit einer Blockade sämtlicher Energieexporte aus der Region. Solange die „bösartigen Handlungen“ der USA andauerten, werde „kein einziger Tropfen Öl und Gas“ aus der Region exportiert werden, melden iranische Staatsmedien. Die „Aggressionen“ der USA würden die Wiedereröffnung der Straße von Hormus verzögern. Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi bezeichnet die Hoheit über die Straße von Hormus als Teil der nationalen Sicherheit des Landes. Der Iran werde die Souveränität darüber um jeden Preis ausüben, sagt er in einem Interview des staatlichen Fernsehens. Der Iran habe keine Verpflichtungen im Zusammenhang mit der mit den USA unterzeichneten Islamabad-Absichtserklärung.

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US-Blockade wieder in Kraft

Die US-Blockade gegen iranische Häfen in der Straße von Hormus ist nach Angaben des US-Militärs wieder in Kraft. Sie habe um 16 Uhr US-Ostküstenzeit (22 Uhr MESZ) begonnen, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando auf der Plattform X mit. „Derzeit sind mehr als 20 Kriegsschiffe der US-Marine und Hunderte von Militärflugzeugen im gesamten Nahen Osten im Einsatz.“ Die USA hatten die Blockade erstmals Mitte April verhängt und sie dann Mitte Juni, einen Tag nach der Unterzeichnung des vorläufigen Rahmenabkommens, das auf eine dauerhafte Beendigung des Krieges abzielte, wieder aufgehoben. Das Abkommen sah eine Frist von 60 Tagen vor, um auch eine Einigung über das iranische Atomprogramm auszuhandeln, doch die Gespräche sind ins Stocken geraten und der Konflikt um die Meerenge hat sich verschärft. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin am Montag eine Wiederaufnahme der Blockade an.

Trump droht mit Angriffen auf zivile Infrastruktur

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte heftige Angriffe für diese Nacht und die Folgenächte an. Die Kämpfe würden weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist“. Der 80-Jährige hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus zu öffnen.

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Iran: Keine Bindung an US-Vereinbarung ohne eigenen Nutzen

Der Iran sieht Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf zufolge keinen Grund, sich an eine Absichtserklärung mit den USA zu halten, wenn das Land nicht davon profitiere. Die Islamische Republik befinde sich in einem existenziellen Krieg gegen die USA, deren Ziel es sei, das iranische System zu stürzen und das Land zu spalten. Die Streitkräfte hätten freie Hand, um der Aggression des Feindes entgegenzutreten. Zugleich betone Ghalibaf, dass auch Diplomatie und Verhandlungen eingesetzt werden müssten, um nationale Interessen zu wahren.

Sanktionen gegen iranisches Waffenbeschaffungsnetzwerk

Die US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Personen und Unternehmen, die als Teil eines internationalen Netzwerks den Iran bei der Waffenbeschaffung unterstützen sollen. Davon betroffen seien iranische und russische Staatsbürger sowie Einrichtungen im Iran, in Russland und in Nigeria, teilt das US-Finanzministerium mit. Der Iran nutze ausländische Luftfahrt- und Transportunternehmen sowie Finanzkanäle, um die Rolle der iranischen Revolutionsgarden beim illegalen Erwerb zu verschleiern, heißt es in der Erklärung weiter.

Irak weist Banken zur Umsetzung von Sanktionen an

Der Irak hat seine Banken und zuständigen Finanzinstitutionen angewiesen, neue US-Sanktionen gegen mutmaßliche Unterstützer-Netzwerke der libanesischen Hisbollah und der Terrororganisation Islamischer Staat umzusetzen. Die Maßnahmen zielten darauf ab, den Zugang sanktionierter Personen und Organisationen zum irakischen Finanzsystem zu unterbinden, teilte ein irakischer Regierungsvertreter mit. Die Hisbollah ist von den USA und mehreren anderen Staaten als Terrororganisation eingestuft. Sie wird allerdings wie viele Milizen im Irak auch vom Iran unterstützt. Viele dieser Milizen im Irak haben einen großen militärischen und politischen Einfluss. Ähnlich wie die libanesische Hisbollah sollen nun auch die proiranischen Milizen im Irak entwaffnet werden. Ihre Entwaffnung bedeutet für die irakische Regierung eine enorme Herausforderung, weil die mächtigsten Milizen im Land – genau wie die Hisbollah im Libanon – den Schritt ablehnen. Der Schritt erfolgte einen Tag nach einem Treffen des irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi mit US-Präsident Donald Trump in Washington.

Fortschritte bei israelisch-libanesischen Gesprächen

Bei den von den USA vermittelten Gesprächen in der italienischen Hauptstadt Rom zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern hat es nach Angaben aus libanesischen Regierungskreisen „sichtbare Fortschritte“ bei der Festlegung von Gebieten für zwei sogenannte Pilotzonen gegeben. Das berichteten auch libanesische Medien. Am Freitag sollten weitere Gespräche auf militärischer Ebene zur genauen Umsetzung folgen. Sie könnten den Kreisen zufolge online stattfinden. In einem jüngsten Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon wurde vereinbart, dass der Rückzug in sogenannten Pilotzonen getestet werden soll. Das israelische Militär soll dort die Kontrolle an die libanesische Armee abgeben, sobald die Hisbollah dort nicht mehr vertreten ist. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ meldete unter Berufung auf einen israelischen Regierungsbeamten, dass noch weitere Vorbereitungen und Vereinbarungen erforderlich seien, bevor mit der Umsetzung begonnen werden könne. Dies solle in den kommenden Tagen erreicht werden.

Netanjahu reist offenbar am Samstag in die USA

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Samstag in die USA. Netanjahu strebt dort ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump an, ob dieses jedoch zustande kommt, ist noch unklar, wie ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagt. US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dem Nachrichtenportal Axios zufolge zum Abzug der israelischen Truppen aus Syrien und dem Libanon aufgefordert. Trump habe dies in einem Telefonat am vergangenen Donnerstag gesagt, berichtet das Portal unter Berufung auf US- und israelische Regierungsvertreter.

Weitere Angriffe und Reaktionen

Jordanien hat einen erneuten Angriff aus dem Iran abgewehrt. Die Flugabwehr habe am frühen Morgen drei Raketen abgeschossen, die aus dem Iran in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien, teilten die Streitkräfte des Königreichs mit. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben. Irans Revolutionsgarden reklamierten einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak. Es sei auf Hangars für US-Kampfjets gezielt worden. Auch Kuwait hat in der Nacht erneute Angriffe aus dem Iran gemeldet. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden. Kuwaits Armee meldete vier verletzte Soldaten bei einem Angriff auf eines ihrer Marineschiffe. Auch in Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. Die Demokraten im US-Senat haben am Dienstag aus Protest gegen den Iran-Krieg ein Gesetz über den Verteidigungshaushalt blockiert. „Trump hat diesen Krieg ohne Autorisierung, ohne Strategie und ohne einen Ausweg begonnen“, sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Bei einer Verfahrensabstimmung verfehlte der Entwurf die notwendige Mehrheit von 60 Stimmen in der 100-köpfigen Kammer. Das Votum fiel mit 50 zu 46 Stimmen zu knapp aus.