Ukrainischer Marschflugkörper „Flamingo“ soll in Deutschland produziert werden
Ukrainischer „Flamingo“-Marschflugkörper in Deutschland?

In der Nacht zu Mittwoch traf ein ukrainischer Marschflugkörper des Typs „Flamingo“ eine russische Fabrik für Drohnen- und Raketenteile in Tscheboksary, etwa 900 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Die 2025 unter großem Medieninteresse vorgestellte Waffe wird trotz Produktionsschwierigkeiten immer häufiger eingesetzt.

Deutsches Interesse am „Flamingo“

Das Interesse an dem Marschflugkörper wächst auch in der deutschen Industrie. Laut einem Bericht der „Financial Times“ hofft der deutsche Rüstungskonzern Diehl Defence, in die Produktion des „Flamingo“ einzusteigen. Diehl-Chef Helmut Rauch bestätigte auf der ILA in Berlin, dass man in Gesprächen mit dem ukrainischen Unternehmen Fire Point sei. „Ich glaube, das könnte wirklich passieren“, sagte Rauch.

Kooperation zwischen altem und neuem Rüstungsunternehmen

Es wäre die Zusammenarbeit eines traditionsreichen deutschen Rüstungsunternehmens mit einer erst Ende 2022 gegründeten ukrainischen Firma. Fire Point hat sich mit seinen Kampfdrohnen schnell zu einem wichtigen Akteur in der ukrainischen Verteidigung gegen Russland entwickelt, steht jedoch wegen umfangreicher PR-Arbeit und möglicher Verbindungen zum korruptionsverdächtigen Geschäftsmann Timur Minditsch in der Kritik.

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Potenzial und Schwachstellen des „Flamingo“

Experten bescheinigen dem „Flamingo“ Potenzial, sehen jedoch Schwächen in der Zielgenauigkeit. Bisher fehlen der Ukraine die benötigten Navigationssysteme. Hier könnte Diehl einspringen. Rauch verwies auf deutsche Technologie im Bereich der Zielsteuerung, die eine Verbesserung ermöglichen würde. Die ukrainische Armee könnte die verbesserten „Flamingos“ dann nicht nur gegen großflächige Ziele wie Fabriken, Raffinerien oder Öllager einsetzen.

Deutschland benötigt eigene Marschflugkörper

Auch Deutschland selbst hat Bedarf an weitreichenden Marschflugkörpern. Mit den versprochenen US-amerikanischen Tomahawks ist unter Präsident Donald Trump nicht mehr zu rechnen. Der Blick fällt daher auf eigene europäische Produkte. Es wäre nicht die erste deutsch-ukrainische Rüstungskooperation: In Bayern produziert Quantum Systems bereits Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte.

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