Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im zweiten Quartal 2026 erneut drastisch gesunken. Das Konzernergebnis nach Steuern fiel von April bis Juni um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 2,29 Milliarden Euro gelegen.
Deutlicher Rückgang im Konzernergebnis
Der Rückgang um fast ein Drittel spiegelt die anhaltenden Herausforderungen für die Automobilindustrie wider. Volkswagen kämpft mit einer schwächeren Nachfrage in wichtigen Märkten wie China und Europa sowie mit gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie. Auch die hohen Investitionen in die Elektromobilität und Digitalisierung belasten das Ergebnis.
Ein Unternehmenssprecher erklärte: „Die aktuellen Zahlen zeigen die schwierige Marktlage. Wir arbeiten intensiv daran, unsere Kostenstruktur zu optimieren und die Transformation voranzutreiben.“
Umsatz leicht gestiegen, Marge unter Druck
Trotz des Gewinneinbruchs konnte Volkswagen den Umsatz im zweiten Quartal leicht steigern. Die Erlöse erhöhten sich um 2,1 Prozent auf 78,3 Milliarden Euro. Die operative Marge fiel jedoch auf 5,6 Prozent, nach 7,8 Prozent im Vorjahr. Das liegt unter dem langfristigen Ziel von 7,5 bis 8,5 Prozent.
Besonders die Kernmarke VW Pkw litt unter dem Absatzrückgang. Die Auslieferungen sanken im Quartal um 4,5 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge. Auch die Premiumtöchter Audi und Porsche verzeichneten Rückgänge, während die Volumenmarke Škoda leicht zulegte.
Ausblick gesenkt – Sparprogramm angekündigt
Angesichts der schwachen Entwicklung senkte Volkswagen seine Jahresprognose. Der Konzern erwartet nun für 2026 eine operative Umsatzrendite von 5,5 bis 6,5 Prozent, nach zuvor 6,5 bis 7,5 Prozent. „Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichern“, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Ein umfassendes Sparprogramm mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro bis 2028 wurde bereits eingeleitet. Es umfasst Stellenabbau, reduzierte Investitionen und Effizienzsteigerungen in der Produktion.
Analysten zeigten sich enttäuscht. „Die Zahlen sind schlechter als erwartet. Volkswagen braucht dringend eine Trendwende“, kommentierte Autoexperte Stefan Bratzel. Die Aktie des Konzerns gab nach Bekanntgabe der Zahlen um 3,2 Prozent nach.



