Barclays hebt Prognose an: Gewinnsprung im ersten Halbjahr
Barclays hebt Prognose an: Gewinnsprung im Halbjahr

Die britische Großbank Barclays hat ihren Halbjahresgewinn deutlich gesteigert und hebt nun die Ertragsprognose für das Gesamtjahr an. Dennoch reagierten die Anleger am Dienstag zunächst mit Kursverlusten: Die Aktie gab in den ersten Handelsminuten um bis zu sieben Prozent nach und fiel unter die Marke von 500 Pence, bevor sie sich teilweise erholte und die Verluste auf rund vier Prozent reduzierte.

Gewinnsprung im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal verdiente Barclays unter dem Strich knapp 2,3 Milliarden Pfund (rund 2,7 Milliarden Euro) – ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im gesamten ersten Halbjahr legte der Überschuss um fast ein Fünftel auf 4,2 Milliarden Pfund zu. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) verbesserte sich von 13,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 14,8 Prozent und lag damit deutlich über dem selbst gesteckten Ziel von mehr als zwölf Prozent für das Gesamtjahr.

Erhöhte Ertragsprognose und Ausschüttungen

Bankchef C. S. Venkatakrishnan kündigte bei der Vorlage der Zwischenbilanz an, dass die gesamten Erträge nun bei 31,5 Milliarden britischen Pfund erwartet werden – eine halbe Milliarde mehr als bisher prognostiziert. Die RoTE-Rendite soll weiterhin mehr als zwölf Prozent erreichen. Analysten waren für 2026 zuletzt im Schnitt von 12,5 Prozent ausgegangen. Erst bis 2028 plant das Management, die Rendite auf über 14 Prozent zu steigern.

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Zudem setzt Barclays sein Aktienrückkaufprogramm fort: Die Bank will eine Milliarde Pfund in den Erwerb eigener Aktien stecken und insgesamt 800 Millionen Pfund als Dividende ausschütten. Bereits nach dem ersten Quartal hatte Barclays einen Rückkauf über 500 Millionen Pfund angekündigt.

Gemischte Reaktionen von Analysten

Branchenexperte Jonathan Pierce vom Investmenthaus Jefferies bewertete die Geschäftszahlen in einer ersten Reaktion als eher durchwachsen. Im Investmentbanking sei es teils besser gelaufen als erwartet, was jedoch durch eine etwas schlechtere Entwicklung in anderen Bereichen aufgezehrt worden sei. Zudem könnten im zweiten Halbjahr zusätzliche Kosten oder Sonderbelastungen anfallen, die in den bisherigen Markterwartungen noch nicht enthalten seien.

Die Barclays-Aktie hatte in den vergangenen Wochen nach dem Jahrestief von rund 360 Pence deutlich zugelegt und am Montag mit 538,30 Pence den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Der aktuelle Kursrückgang wird von Marktbeobachtern teilweise als Gewinnmitnahme interpretiert.

Ausblick und strategische Ziele

Trotz der kurzfristigen Kursverluste sieht sich Barclays auf Kurs zu seinen Zielen für das laufende Jahr. Die Bank profitiert weiterhin von einem starken Investmentbanking und einer soliden Kapitalausstattung. Die angehobene Prognose unterstreicht das Vertrauen des Managements in die weitere Geschäftsentwicklung. Barclays-Chef Venkatakrishnan hatte zuletzt zudem auf das Interesse internationaler Private-Equity-Häuser an deutschen Unternehmen verwiesen.

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