Die diesjährige Getreideernte in Thüringen fällt nach einer ersten Schätzung des Statistischen Landesamtes geringer aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Voraussichtlich werden rund 2,2 Millionen Tonnen Getreide eingefahren – das sind 0,2 Millionen Tonnen oder 8 Prozent weniger als im langjährigen Mittel von 2020 bis 2025. Auch der Ertrag je Hektar liegt mit prognostizierten 6,8 Tonnen um 0,3 Tonnen unter dem früheren Niveau.
Anbaufläche und wichtigste Getreidearten
In diesem Jahr werden auf rund 327.600 Hektar Getreide im Freistaat angebaut. Die wichtigste Getreideart bleibt der Winterweizen mit einer Fläche von 169.000 Hektar. Hier wird eine Erntemenge von rund 1,2 Millionen Tonnen erwartet, was einem Hektarertrag von 7,2 Tonnen entspricht. Dieser Wert liegt sowohl unter dem Vorjahresergebnis als auch unter dem langjährigen Mittelwert.
Rückgang bei Wintergerste und Winterraps
Bei der Wintergerste, die auf etwa 69.900 Hektar kultiviert wird, rechnen die Statistiker mit einer Erntemenge von rund 500.000 Tonnen. Der erwartete Ertrag pro Hektar beträgt 7,4 Tonnen – das sind 13 Prozent beziehungsweise 1,1 Tonnen weniger als im Vorjahr. Auch der Winterraps bleibt hinter den Erwartungen zurück: Die Erntemenge wird auf 300.000 Tonnen geschätzt, der Ertrag pro Hektar auf 3,3 Tonnen. Damit liegt auch hier der Ertrag unter dem Vorjahr und dem langjährigen Durchschnitt.
Ursachen und Auswirkungen
Das Statistische Landesamt führt die geringeren Erträge auf Hitzeperioden und Phasen der Trockenheit in den vergangenen Wochen zurück. Diese Witterungsbedingungen haben die Entwicklung der Getreidebestände beeinträchtigt. Die genauen Auswirkungen auf die Versorgungslage und die Preise bleiben abzuwarten, doch erste Schätzungen deuten auf eine angespannte Situation hin. Die Landwirte in Thüringen müssen sich auf geringere Einnahmen einstellen.



