Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) holt die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler (38) in sein Regierungsteam. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, soll Keßler neue Staatsministerin für Sport und Ehrenamt werden. Damit tritt sie die Nachfolge von Christiane Schenderlein an, die als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium wechselt. Die Personalie wurde am Montag bekannt, ist aber offiziell noch nicht bestätigt.
Keßlers steile Karriere vom Spielfeld ins Kanzleramt
Nadine Keßler gehört zu den erfolgreichsten deutschen Fußballerinnen aller Zeiten. Mit Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg wurde sie viermal deutsche Meisterin, gewann dreimal die Champions League und zweimal den DFB-Pokal. Im Trikot der Nationalmannschaft feierte sie 2013 den Europameistertitel und absolvierte insgesamt 29 Länderspiele. 2014 wurde sie mit dem Fifa-Ballon d‘Or als Weltfußballerin ausgezeichnet.
2016 musste Keßler ihre aktive Karriere aufgrund schwerer Knieverletzungen beenden. Seit 2017 arbeitet sie für die Uefa, zuletzt als Direktorin für den Frauenfußball. Bereits 2023 war ihr Name als mögliche Nachfolgerin von Oliver Bierhoff beim Deutschen Fußball-Verband im Gespräch, doch sie lehnte ab. Nun folgt der Schritt in die Politik – ein überraschender Wechsel, der die Bundesregierung mit einem Hauch von Profifußball bereichert.
Verzögerte Bestätigung und Vakanz im Sportressort
Weder Merz noch die Uefa haben sich bislang offiziell zu Keßlers Wechsel geäußert. Einzige Stellungnahme der Bundesregierung zum Abgang von Schenderlein: Die Neubesetzung werde „zeitnah und zügig“ bekanntgegeben. Ein Regierungssprecher betonte, man sei sich der Bedeutung des Amtes bewusst. Keßler würde als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt direkt dem Kanzleramt unterstehen und die Anliegen des Breiten- und Spitzensports bündeln.
Die Ernennung gilt als politisches Signal: Merz setzt mit Keßler auf eine international vernetzte Persönlichkeit, die sowohl im Leistungssport als auch in der Sportadministration Erfahrung hat. Sportverbände begrüßten die Nominierung bereits. „Nadine Keßler vereint Kompetenz, Integrität und Leidenschaft für den Sport“, hieß es in einer ersten Reaktion des Deutschen Olympischen Sportbundes. Ob sie das Amt tatsächlich antreten wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen.



