Krankenkassen-Reform: So viel kostet Sie die Beitragserhöhung
Krankenkassen-Reform: Kosten für Beitragserhöhung

Die geplante Krankenkassen-Reform der Bundesregierung wird für Millionen Versicherte teurer. Ein neuer Rechner der Bild-Zeitung zeigt, wie stark die Beiträge steigen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll von 1,3 auf 1,6 Prozent des Bruttogehalts angehoben werden – ein Plus von 0,3 Prozentpunkten.

Wer zahlt wie viel mehr?

Für einen Durchschnittsverdiener mit 3.000 Euro Bruttogehalt monatlich bedeutet das: Bisher zahlte er 39 Euro Zusatzbeitrag, künftig sind es 48 Euro – also 9 Euro mehr pro Monat. Das sind 108 Euro pro Jahr. Bei einem Gehalt von 5.000 Euro brutto steigt der Zusatzbeitrag von 65 auf 80 Euro (plus 15 Euro). Spitzenverdiener mit der Beitragsbemessungsgrenze von rund 5.175 Euro brutto (Stand 2024) zahlen künftig 82,80 Euro statt 67,28 Euro – ein Plus von 15,52 Euro.

Warum steigen die Beiträge?

Grund ist das geplante Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG). Es soll unter anderem die Krankenhäuser finanziell entlasten und die Pflege stärken. „Die Reform ist notwendig, um die Qualität der Versorgung zu sichern“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Mehrbelastung vor allem auf die Versicherten abgewälzt werde. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) warnt vor einer „Beitragsexplosion“.

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Welche Alternativen gibt es?

Versicherte können durch einen Wechsel in eine günstigere Krankenkasse sparen. Derzeit verlangen die günstigsten Kassen einen Zusatzbeitrag von 0,8 Prozent, die teuersten bis zu 1,8 Prozent. Ein Wechsel kann also bis zu 1,0 Prozentpunkte Unterschied ausmachen. Für ein Gehalt von 3.000 Euro brutto sind das bis zu 30 Euro monatlich. Allerdings ist ein Wechsel nur unter bestimmten Fristen möglich – in der Regel mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende.

Was sagt die Politik?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die Reform: „Wir geben das Geld für das Gesundheitssystem aus, nicht für Gewinne von Versicherungen.“ Die Opposition hingegen spricht von einer „versteckten Steuererhöhung“. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, kritisierte: „Die Ampel-Regierung belastet die Bürger, anstatt die Strukturen zu reformieren.“

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa lehnen 62 Prozent der Deutschen die geplanten Beitragserhöhungen ab. Nur 28 Prozent befürworten die Reform.

Wie geht es weiter?

Der Gesetzentwurf soll im Herbst 2024 im Bundestag verabschiedet werden. Die neuen Beiträge würden dann voraussichtlich ab Januar 2025 gelten. Versicherte sollten jetzt prüfen, ob ein Kassenwechsel sinnvoll ist. Der Bild-Rechner hilft dabei, die individuelle Mehrbelastung zu ermitteln.

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