N26: Finanzchef Schwierholz geht – COO Aydin übernimmt
N26: Finanzchef Schwierholz geht – COO Aydin übernimmt

N26 trennt sich von Finanzvorstand Arnd Schwierholz. Der Manager wird das Unternehmen Ende August 2026 verlassen, wie die Digitalbank am Mittwoch mitteilte. Übergangsweise übernimmt der neue Chief Operating Officer Aytac Aydin die Verantwortung für die Finanzen. Der Schritt ist Teil eines tiefgreifenden Umbaus des Vorstands, den CEO Mike Dargan seit seinem Amtsantritt im April 2026 vorantreibt.

Karriere von Schwierholz bei N26

Schwierholz hatte den Posten des Finanzchefs Anfang 2023 übernommen. Zuvor war er unter anderem Manager bei Flixbus. Im Laufe seiner Zeit bei N26 übernahm er zusätzliche Aufgaben als Vorstandsmitglied. Von Januar bis April 2026 war er zudem interimistisch Co-CEO der Digitalbank. In dieser Funktion führte er das Unternehmen gemeinsam mit einem weiteren Vorstand, bis Mike Dargan die alleinige Führung übernahm. Schwierholz' Weggang erfolgt planmäßig, wie das Unternehmen betont.

Geplanter Übergang und Nachfolgersuche

Laut einer Sprecherin von N26 handelt es sich um einen geplanten Übergang. „Arnd Schwierholz hat beschlossen, seine Rollen bei N26 Ende August 2026 niederzulegen. Veränderungen auf Führungsebene sind ein natürlicher Vorgang innerhalb jedes sich entwickelnden Unternehmens“, so die Sprecherin. Auf die Frage nach einem möglichen Kandidaten für die Nachfolge wollte sie keine Auskunft geben. Das Unternehmen will einen Nachfolger zu „gegebener Zeit“ bekannt geben.

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Bis dahin wird COO Aytac Aydin, der erst im Juli 2026 von der Oldenburgischen Landesbank (OLB) zu N26 wechselte, die Finanzverantwortung interimistisch führen. Aydin war zuvor Vorstandsmitglied der OLB und bringt langjährige Erfahrung im traditionellen Bankgeschäft mit. N26 betonte, das Führungsteam konzentriere sich auf „operative Kontinuität und die Umsetzung der europäischen Wachstumsstrategie“.

Umbau der Führungsriege

Der Abgang von Schwierholz ist Teil eines umfassenden Umbaus des Vorstands, den CEO Mike Dargan vorantreibt. Dargan hatte den Chefposten Anfang April 2026 von der Schweizer Großbank UBS übernommen. Seitdem hat er mehrere neue Führungskräfte von traditionellen Banken geholt. So kam Aytac Aydin von der OLB und wurde Chief Operating Officer. Weitere Neuzugänge sind für September 2026 Marcin Pakulnicki, bisher ING-Manager, als neuer Technologiechef, und für Oktober Nathalie Picquot von der Santander als Chief Growth and Marketing Officer. Im Juni 2026 wurde zudem Daniel Lappas intern zum Chief Product and Business Officer befördert.

Bereits im Juli hatte N26 den Rücktritt von Marcus Mosen aus dem Vorstand bekannt gegeben. Mosen, einer der ersten Investoren der Bank, war seit Oktober 2022 Aufsichtsratschef und zog im September 2025 in den Vorstand ein. Sein Rücktritt markierte einen weiteren Einschnitt in der Führungsstruktur.

Hintergrund: Turbulentes Jahr für N26

N26, 2013 von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal in Berlin gegründet, erlebte ein turbulentes Jahr. Wiederholte Probleme mit der Finanzaufsicht, insbesondere der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), hatten Investoren veranlasst, auf eine Ablösung der Gründer und neue Manager zu drängen. Die BaFin hatte mehrfach Mängel bei den Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung beanstandet, was unter anderem zu einem temporären Einstellungsstopp für Neukunden in Deutschland führte. Daraufhin schieden sowohl Stalf als auch Tayenthal aus dem Vorstand aus. Die Digitalbank, die in 24 Ländern aktiv ist und rund 8 Millionen Kunden zählt, erzielte 2025 erstmals seit ihrer Gründung einen Gewinn. Der Jahresüberschuss belief sich allerdings auf lediglich 1,6 Millionen Euro.

CEO Mike Dargan, zuvor Top-Manager bei der UBS, hatte den Auftrag, die Bank zu stabilisieren und auf Wachstumskurs zu bringen. Sein Umbau des Vorstands mit erfahrenen Bankern aus traditionellen Häusern gilt als Signal an die Aufsicht und die Investoren, dass N26 die regulatorischen Anforderungen ernst nimmt. Das Kundenwachstum blieb zuletzt jedoch unter den Erwartungen, wie das Unternehmen im Rahmen der Gewinnbekanntgabe einräumte. Auch der kostenlose Wertpapierhandel wurde eingestellt, um die Profitabilität zu steigern.

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Mit dem Weggang von Schwierholz verliert N26 einen erfahrenen Finanzexperten, der maßgeblich an der Wende zur Profitabilität beteiligt war. Die Übergangslösung mit COO Aydin soll die Kontinuität sichern, während die Suche nach einem dauerhaften CFO läuft.