Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zehn verschiedene Entwürfe für die künftigen Euro-Banknoten präsentiert. Bürgerinnen und Bürger können bis August 2026 über die finale Gestaltung abstimmen. Der Spiegel bietet mit einem eigenen Abstimmungstool eine erste Möglichkeit, den persönlichen Favoriten zu wählen.
Zwei Themenreihen zur Auswahl
Die zehn Vorschläge verteilen sich auf zwei Themenreihen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Jede Reihe umfasst Entwürfe für alle sechs Stückelungen von 5 bis 200 Euro. Die EZB hatte zuvor in einer breit angelegten Bürgerbefragung die Vorlieben der Europäer ermittelt und daraus die beiden Motto-Schwerpunkte abgeleitet.
„Die neuen Banknoten sollen die Identität Europas widerspiegeln“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Vorstellung der Entwürfe. Die „Europäische Kultur“-Serie zeigt berühmte Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Musik, während „Flüsse und Vögel“ die Naturvielfalt des Kontinents hervorhebt.
Bürgerbeteiligung und Zeitplan
Die endgültige Entscheidung fällt auf Basis einer repräsentativen Umfrage sowie Online-Votings auf der EZB-Website. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst 2026 bekannt gegeben. Die Einführung der neuen Scheine ist für 2028 geplant, so die EZB in einer Mitteilung.
Der Spiegel hat parallel ein Abstimmungstool freigeschaltet, mit dem Leser bereits jetzt ihren Favoriten auswählen können. Die Redaktion betont, dass diese Abstimmung nicht offiziell, aber ein Stimmungsbild liefert.
Technische Details und Sicherheitsmerkmale
Die neuen Banknoten werden mit modernsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, darunter ein verbessertes Hologramm und eine taktile Markierung für Sehbehinderte. Die Entwürfe berücksichtigen zudem die Langlebigkeit der Scheine. Der bisherige Euro-Schein bleibt bis zur endgültigen Umstellung gültig.
Die EZB betonte, dass die Gestaltung der Geldscheine die kulturelle Vielfalt Europas repräsentieren soll. Die zehn Entwürfe sind das Ergebnis eines mehrjährigen Auswahlprozesses unter Beteiligung von Grafikdesignern, Historikern und Währungsexperten.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Bundesfinanzminister Christian Lindner begrüßte die Initiative: „Die neuen Scheine geben dem Euro ein modernes Gesicht.“ Auch Verbraucherschützer zeigten sich positiv, mahnten aber eine einfache Erkennbarkeit der Echtheit an. Zahlreiche Bürger nutzten bereits die Online-Angebote, um abzustimmen.
Der genaue Zeitplan sieht eine Testphase in einigen Ländern vor der Massenproduktion vor. Die EZB rechnet mit Kosten im dreistelligen Millionenbereich für den Austausch aller Banknoten.



