Söder: Regierung soll Blockade bei Commerzbank-Übernahme aufgeben
Söder: Regierung soll Blockade bei Commerzbank-Übernahme aufgeben

Im Streit um die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Bundesregierung öffentlich aufgefordert, ihre bisherige Blockadehaltung aufzugeben. Söder verwies dabei auf positive Erfahrungen in Bayern mit Unicredit und plädierte für ein stärker europäisches Denken im globalen Wettbewerb.

Positive Erfahrungen in Bayern

„Wir haben in Bayern mit Unicredit gute Erfahrungen gemacht“, sagte Söder dem „Handelsblatt“ laut Bericht vom Dienstag. „Es wäre daher wünschenswert, wenn die Bundesregierung ihre Blockadehaltung aufgibt und dazu Gespräche aufnimmt.“ Die Unicredit hatte bereits 2005 die Bayerische Hypovereinsbank (HVB) übernommen und betreibt diese seither erfolgreich als Teil des Konzerns.

Unicredit sichert sich fast die Hälfte der Stimmrechte

Die Unicredit strebt eine vollständige Übernahme der Commerzbank an. Inzwischen hat sie sich fast die Hälfte der Stimmrechte an der Frankfurter Bank gesichert – ein deutliches Zeichen ihres Expansionswillens. Die Commerzbank-Führung und die Bundesregierung lehnen das Vorhaben jedoch vehement ab. Die Regierung hält weiterhin einen relevanten Anteil an der Commerzbank und blockiert die Übernahme aus strategischen Gründen.

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Europäische Perspektive gefordert

Söder argumentierte: „Im globalen Wettbewerb müssen wir verstärkt europäisch denken.“ Auch Deutschland könne ein Interesse an einer starken paneuropäischen Bank haben, „wie sie gerade entsteht“, sagte er der Zeitung. Der Ministerpräsident sieht in der Fusion eine Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankensektors zu stärken. Die Bundesregierung solle ihre nationale Blockade überdenken und konstruktive Gespräche mit Unicredit führen.

Söders Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Verhandlungen zwischen der Regierung und der italienischen Bank festgefahren sind. Die Befürworter einer Übernahme betonen die Vorteile einer grenzüberschreitenden Konsolidierung, während Gegner den Verlust von Arbeitsplätzen und Einfluss auf die deutsche Finanzlandschaft fürchten. Der Ausgang des Streits bleibt offen, doch Söders Appell könnte neuen Druck auf die Bundesregierung ausüben.

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