Die Fondsgesellschaft DWS, eine Tochter der Deutschen Bank, hat im zweiten Quartal 2026 ihr verwaltetes Vermögen überraschend stark auf 1,19 Billionen Euro gesteigert. Das ist ein Plus von 97 Milliarden Euro oder knapp neun Prozent im Vergleich zum Vorquartal (Ende März: 1,093 Billionen Euro). Analysten hatten im Schnitt lediglich mit rund 1,14 Billionen Euro gerechnet.
Wachstumstreiber: Marktumfeld und Zuflüsse
Laut Unternehmensangaben profitierte die DWS von einem günstigen Marktumfeld, Nettomittelzuflüssen und positiven Wechselkurseffekten. „Das starke organische Wachstum zeigt die Attraktivität unserer Anlagelösungen“, erklärte ein Sprecher. Besonders passive Fonds wie ETFs verzeichneten Nettozuflüsse. Die Gesamtnettomittelzuflüsse beliefen sich im zweiten Quartal auf 8,5 Milliarden Euro, wovon 5,2 Milliarden auf passive Produkte entfielen.
Gewinn steigt, aber Erträge enttäuschen
Der Konzerngewinn der DWS stieg im Jahresvergleich um elf Prozent auf 237 Millionen Euro – genau im Rahmen der Analystenerwartungen. Die Erträge legten zwar um vier Prozent auf 773 Millionen Euro zu, verfehlten jedoch die durchschnittliche Prognose von 784 Millionen Euro. „Die operative Entwicklung bleibt solide, aber der Markt hatte mehr erwartet“, kommentierte ein Frankfurter Börsenhändler.
Kostenentwicklung und Ausblick
Die Kostenquote (Cost-Income-Ratio) verbesserte sich leicht von 64,2 auf 63,8 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte der DWS-Vorstand das Ziel, die Erträge auf 3,1 Milliarden Euro zu steigern. Analysten bleiben jedoch vorsichtig: „Angesichts der Marktvolatilität und des Zinsumfelds ist das ambitioniert“, sagte ein Analyst der Warburg Bank.
Die Aktie der DWS notiert im MDax und reagierte am Mittwochmorgen mit einem leichten Minus von 0,8 Prozent auf die gemischten Quartalszahlen.



