Agrar-Erzeugerpreise fallen so stark wie seit elf Jahren nicht
Agrar-Erzeugerpreise fallen so stark wie seit elf Jahren nicht

Die Erzeugerpreise für Agrarprodukte in Deutschland sind im Mai 2026 um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Das ist der stärkste Rückgang seit Januar 2015, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im April hatte das Minus bei 12,3 Prozent gelegen, im März bei 8,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise um 1,5 Prozent.

Preisverfall bei pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen

Der Rückgang betrifft sowohl pflanzliche als auch tierische Produkte. Pflanzliche Erzeugnisse verbilligten sich um 10,4 Prozent, tierische um 15,9 Prozent. Besonders stark fielen die Preise für Speisekartoffeln mit einem Minus von 53,5 Prozent. Auch Obst war mit einem Abschlag von 22,5 Prozent deutlich günstiger, vor allem Tafeläpfel kosteten 33,3 Prozent weniger. Erdbeeren hingegen verteuerten sich um 3,3 Prozent. Getreide verbilligte sich um 9,5 Prozent.

Bei Gemüse gab es gegenläufige Entwicklungen: Während Blumenkohl und Kohlgemüse günstiger wurden, stiegen die Preise für Tomaten um 28,2 Prozent und für Gurken um 21,5 Prozent. Insgesamt verteuerte sich Gemüse um 0,2 Prozent.

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Milch und Schweinefleisch treiben Rückgang bei tierischen Produkten

Bei tierischen Erzeugnissen drückten vor allem niedrigere Preise für Milch (-25,3 Prozent) und Schlachtschweine (-19,5 Prozent) die Statistik. Eier hingegen verteuerten sich um 13,6 Prozent. Für Rinder (-6,7 Prozent) und Geflügel (-0,7 Prozent) mussten die Abnehmer weniger zahlen als ein Jahr zuvor.

Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Inflation

Die Entwicklung auf Produzentenebene kommt meist verzögert bei den Endverbrauchern an. Die Verbraucherpreise insgesamt lagen im Juni 2026 nur 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau, im Mai betrug die Inflationsrate noch 2,6 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich mit 0,4 Prozent unterdurchschnittlich. Viele Experten rechnen für Juli jedoch wieder mit einer stärkeren Jahresteuerung, da der erneut aufgeflammte Iran-Konflikt die Ölpreise bereits nach oben getrieben hat.

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