Die ARD plant, ihr Wissensressort abzuschaffen – eine Entscheidung, die auf heftige Kritik stößt. Dabei galt der Bereich noch vor wenigen Jahren als zukunftsträchtige Investition. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel äußert sich Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus, deutlich: Technik, Medizin und andere Wissenschaftsthemen seien keine Nischen, sondern das Fundament einer informierten Gesellschaft. Deutschland lebe von innovativer Wissenschaft, Forschung und Technologie. Der Chefredaktion von ARD-Aktuell scheine dies jedoch gleichgültig zu sein.
Eine Investition in die Zukunft, die nur vier Jahre hielt
Erst im September 2022 hatten Juliane Leopold und Marcus Bornheim aus der Chefredaktion von ARD-Aktuell den Start eines eigenen Wissensressorts angekündigt. Mit diesem neuen redaktionellen Bereich, so Leopold damals, reagiere man „auf ein Bedürfnis unseres Publikums nach mehr Hintergrundinformationen und Einordnung von Nachrichten“. Man habe dies aus der Corona-Zeit und dem Feedback der Community gelernt. Nun, kaum vier Jahre später, soll das Ressort wieder abgeschafft werden.
Kritik an den Sparplänen
Wormer bezeichnet die geplante Streichung als fatales Signal. Gerade in Zeiten von Fake News und zunehmender Wissenschaftsfeindlichkeit sei qualitativ hochwertiger Wissenschaftsjournalismus wichtiger denn je. Die ARD gefährde damit ihre Glaubwürdigkeit und verpasse die Chance, junge Zielgruppen zu erreichen, die sich für Themen wie Klimawandel, Medizin oder Technologie interessierten. Statt zu sparen, müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk in solche Formate investieren.
Die Entscheidung steht im Widerspruch zu früheren Bekenntnissen der ARD-Führung, die Wissenschaftsberichterstattung ausbauen zu wollen. Kritiker befürchten, dass dies nur der Anfang einer Reihe von Sparmaßnahmen sein könnte, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwächen. Der Artikel endet mit einem Appell an die Verantwortlichen, die Bedeutung des Wissensressorts nicht zu unterschätzen.



