Hitzewelle in Deutschland: DWD erwartet bis zu 36 Grad – aber keine Extremlage
DWD: Bis zu 36 Grad, aber keine neue Hitzewelle

Nach der Hitzewelle Ende Juni mit einem neuen deutschen Hitzerekord von 41,7 Grad im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree fragen sich viele Menschen, ob bald die nächste Extremwetterlage droht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt nun eine erste Einschätzung: Für das kommende Wochenende werden vielerorts Höchsttemperaturen bis zu 36 Grad erwartet. Dennoch sprechen die Meteorologen vorerst nicht von einer neuen Hitzewelle, sondern lediglich von einer erneuten Hitzephase. Belastbare Aussagen über die weitere Entwicklung seien nur für die nächsten Tage bis etwa eine Woche im Voraus möglich.

Wetterlage: Zweigeteiltes Deutschland

Aktuell zeigt sich Deutschland in puncto Wetter zweigeteilt: Während im Norden und Osten nur mäßig warme Luftmassen ins Land strömen, machen sich im Süden heiße Luftmassen breit, die vor allem im Südwesten für eine steigende Wärmebelastung sorgen. Eine DWD-Sprecherin bestätigte dem Tagesspiegel, dass das Thermometer am Freitag vielerorts nach oben klettern könnte und die Trendprognose für Deutschland sehr warme bis heiße Temperaturen zeigt. Bis zum Sonntag erwarte man sogar Höchsttemperaturen bis zu 36 Grad.

Neue Hitzewelle oder nur eine Hitzephase?

Die Frage, ob Deutschland eine neue Hitzewelle bevorsteht, beantwortet der DWD differenziert. Die Sprecherin erklärte: „Ob und wann eine neue Hitzewelle kommt, lässt sich seriös nur in begrenzten Vorhersagezeiträumen beurteilen.“ Belastbare Aussagen dazu, wann konkret in Deutschland eine neue Hitzewelle startet und wie prägnant diese ausfällt, seien nur für die nächsten Tage bis etwa eine Woche im Voraus möglich. Auf Grundlage der Modellrechnungen prognostiziert der DWD zwar hohe Temperaturen insbesondere in der Südwesthälfte Deutschlands. Vergleicht man diese nun mit der intensiven Hitzephase Ende Juni, zeichnen sich aktuell aber eher geringere Temperaturspitzen ab. Die Expertin ergänzte: „Deshalb spricht der DWD derzeit eher von einer erneuten Hitzephase als von einer außergewöhnlich intensiven Hitzewelle.“

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Hitzerekorde: Sind neue Spitzenwerte möglich?

Auch die Frage, ob die kürzlich in Deutschland registrierten neuen Hitzerekorde zeitnah überschritten werden könnten, könne laut DWD-Sprecherin nicht fundiert beantwortet werden. Zwar sollen sich in den kommenden sieben Tagen neue Temperaturrekorde eher nicht andeuten. Allerdings gab die Expertin zu bedenken, dass neue Rekorde zwar grundsätzlich möglich, aber immer erst kurzfristig seriös bewertbar seien.

„Scheißsommer“: Was sagen die Prognosen?

In den Medien wurden jüngst Einschätzungen des Meteorologen Jörg Kachelmann zitiert, der die neuen Monatsvorhersagen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) als „ziemlich katastrophal“ bezeichnete und betonte, dass die Prognosen für Mitteleuropa „kaum Hoffnung“ geben würden. Kachelmann selbst prognostizierte: „Es wird ein Scheißsommer für weite Teile Mitteleuropas.“ Auch der Klimatologe des privaten Wetterdienstes „Donnerwetter“, Karsten Brandt, sprach gegenüber der „Bild“-Zeitung von einem „echten Scheißsommer“, den man „auch tödlich nennen“ könnte. Brandt zeichnete eine düstere Prognose, in der aufgrund einer „historischen Trockenlage“ aktuell Fische sterben, Vögel verdursten und Waldbrände wüten.

DWD: Keine belastbare Vorhersage für den gesamten Sommer

Ob sich diese Sommerprognosen für den mitteleuropäischen Raum auch für Deutschland bewahrheiten, darüber wollte der DWD dem Tagesspiegel gegenüber nicht mutmaßen. Zwar bestätigte die Expertin, dass in einigen Regionen Deutschlands aktuell bereits Trockenheitsdefizite bestehen. Sie ergänzte: „Ob sich daraus eine außergewöhnliche oder gar historische Dürre entwickelt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht belastbar vorhersagen. Dafür sind sowohl die weitere Niederschlagsentwicklung als auch deren regionale Verteilung entscheidend.“ Anhand langfristiger Vorhersagen könne man allerhöchstens Aussagen darüber treffen, wie wahrscheinlich beispielsweise ein trockener oder warmer Sommer sei. Solche Prognosen erlauben jedoch keine belastbaren Aussagen darüber, wie das Wetter an einzelnen Tagen oder in einzelnen Wochen verlaufen wird, so die DWD-Expertin.

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Fazit: Verlässliche Vorhersagen nur kurzfristig

Dass die DWD-Experten sich nicht zu spekulativen Vorhersagen mit Glaskugel-Charakter hinreißen lassen wollen, mag einen Großteil der Leserschaft vielleicht nicht zufriedenstellen. Festzuhalten bleibt, dass sich belastbare Wetterprognosen nur auf die nächsten Tage beschränken lassen. Für das Wochenende sind Höchsttemperaturen bis 36 Grad zu erwarten, eine neue Hitzewelle mit extremen Rekorden zeichnet sich nach aktuellen Berechnungen jedoch nicht ab.