Greenpeace: Ölkonzerne verdienen 702 Millionen durch Tankrabatt
Greenpeace: Ölkonzerne verdienen 702 Mio durch Tankrabatt

Der Tankrabatt sollte Autofahrer entlasten, doch die Ölkonzerne kassieren kräftig mit. Das zeigt eine Berechnung von Greenpeace. Die Umweltorganisation veröffentlichte nun ihre Analyse.

Millionen-Mehrgewinn durch Tankrabatt

Im Mai senkte die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel, um die Autofahrer von den hohen Spritpreisen zu entlasten. Der auf zwei Monate angesetzte Tankrabatt kostet den Staat 1,6 Milliarden Euro, also 800 Millionen Euro monatlich, bedingt durch Steuerausfälle. Die großen Ölkonzerne haben jedoch allein im ersten Monat des Tankrabatts einen Mehrgewinn in fast gleicher Höhe erzielt, wie Greenpeace errechnete.

Konkret berechnete die Organisation, dass die Mineralölkonzerne im Mai 2026 einen sogenannten Übergewinn von 702 Millionen Euro erwirtschafteten. Als Übergewinn wird ein Profit bezeichnet, der durch besondere Umstände zustande kommt, nicht durch normales Wirtschaften. Bereits Anfang Mai hatten Experten im Auftrag von BILD Hinweise auf eine Spritabzocke gegeben.

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Politik diskutiert Gewinnabschöpfung

In der Politik war zeitweise diskutiert worden, ob der Staat diese Art von Gewinn bei den Ölkonzernen abschöpfen sollte. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sprach sich jedoch dagegen aus. Laut der Greenpeace-Analyse würde die Ölbranche auch im Mai mehr verdienen als vor dem Irankrieg. Den Berechnungen zufolge kassierten die Ölkonzerne bereits vor der Einführung des Tankrabatts im März 809 Millionen Euro und im April 926 Millionen Euro mehr als vor dem Krieg. Insgesamt summiere sich der Gewinn an den Tankstellen in den drei Monaten auf 2,4 Milliarden Euro.

Basis der Berechnung

Die Analyse basiert auf den Bruttomargen der Tankstellen, also der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis für Benzin und Diesel. Für den veranschlagten Verbrauch im Mai stützen sich die Umweltschützer auf die jüngsten verfügbaren Zahlen der Statistikbehörde Eurostat aus dem Mai 2024 und schlossen daraus auf den Verbrauch im Mai 2026.

Kopflose Steuerpolitik vorgeworfen

Mit der Berechnung der Ölgewinne wirft Greenpeace der Bundesregierung eine kopflose Steuerpolitik vor. Steuermilliarden würden mit der Gießkanne verteilt. Der Tankrabatt läuft im Juni aus. Ende Mai dämpfte Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) die Erwartungen an eine Verlängerung deutlich.

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