Grüngasquote: Eon vs. Uniper – Energiebranche uneins vor Bundestagsentscheidung
Grüngasquote spaltet Energiebranche vor Bundestagsentscheidung

Kurz vor der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) im Bundestag entzweit die geplante Grüngasquote die Energiebranche. In einer dem Handelsblatt vorliegenden Erklärung von mehr als 20 Unternehmen wird die Quote als „richtig und notwendig“ bezeichnet. Zu den Befürwortern zählen Uniper, Sefe, Thüga, Verbio sowie zahlreiche Stadtwerke und Regionalversorger. Sie argumentieren, dass die Quote nachhaltige Gase wie Biomethan, synthetisches Methan und grünen Wasserstoff in den Gebäudesektor lenken werde, der sich nicht vollständig elektrifizieren lasse.

Eon und DUH positionieren sich dagegen

Der Energiekonzern Eon hatte sich hingegen gemeinsam mit EWE und mehreren Naturschutzverbänden, darunter die Deutsche Umwelthilfe (DUH), gegen die Quote ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung warnen sie vor „erheblichen Risiken bei begrenztem Zusatznutzen“. Klimaschutz im Gebäudesektor müsse primär durch Elektrifizierung, den Ausbau von Wärmenetzen und höhere Effizienz erreicht werden. Knappes Biomethan solle nur dort eingesetzt werden, wo eine Elektrifizierung technisch nicht oder nur zu sehr hohen Kosten möglich sei.

Befürworter sehen Chancen für Industrie und Klima

Die Befürworter der Grüngasquote kontern, die Knappheit von klimafreundlichem Gas sei durch „komplexe Verhinderungsbürokratie“ künstlich erzeugt worden. Biomethan sei verfügbar, speicherbar und netzkompatibel. Es könne CO2 im Gebäudebestand schnell mindern und den Ausbau der Stromnetze entlasten. Zudem könne ein erfolgreicher Markthochlauf über den Wärmemarkt die Produktion grüner Moleküle skalieren und so langfristig auch der Chemie- und Grundstoffindustrie zugutekommen.

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Überraschendes Bündnis zwischen Eon und DUH

Dass sich ausgerechnet Eon gegen die Quote stellt, hat in der Branche Verwunderung ausgelöst. Noch vor einigen Jahren hatte sich der Konzern für eine Grüngasquote starkgemacht. Auch die Wahl der DUH als Partner überrascht, da der Verband für seine kritische Distanz zu etablierten Energiekonzernen bekannt ist. Die Quote soll 2028 mit einem Wert von bis zu einem Prozent starten und stetig steigen. Sie ist Teil des Gebäudemodernisierungsgesetzes, das am Donnerstag in erster Lesung in den Bundestag eingebracht wird.

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