Stromausfall in Reutlingen: Netz stabil, Ermittler ohne heiße Spur
Stromausfall Reutlingen: Netz stabil, Ermittler ohne Spur

Nach dem verheerenden Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen kehrt langsam wieder Normalität ein. Die meisten Haushalte in der Stadt sind wieder ans Stromnetz angeschlossen, wie die FairNetz GmbH mitteilte. Nur noch etwa 50 Gewerbebetriebe im Industriegebiet warten auf die Wiederherstellung der Stromversorgung. Privathaushalte sind bis auf wenige Einzelfälle seit dem Vorabend um 22:02 Uhr durchgehend versorgt.

Ermittlungen ohne konkrete Täterhinweise

Die Suche nach den Verantwortlichen gestaltet sich schwierig. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart betonte, dass die Ermittlungen ergebnisoffen geführt werden. Es gebe bislang keine Anhaltspunkte für ein politisches Motiv. „Wir haben kein Bekennerschreiben“, so der LKA-Sprecher. Die am Tatort sichergestellten Gegenstände, darunter ein möglicher Brandbeschleuniger, werden derzeit kriminaltechnisch untersucht.

Staatsschutz ermittelt

Das Verfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geführt. Grund dafür ist die Möglichkeit einer extremistischen Tatmotivation. Bislang sei keine Bekennung eingegangen, erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Die Ermittlungen richten sich gegen unbekannt, der Vorwurf lautet auf vorsätzliche Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.

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Schutz kritischer Infrastruktur

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) äußerte sich zur Sicherheit kritischer Infrastruktur. Er räumte ein, dass ein vollständiger Schutz von Umspannwerken kaum umsetzbar sei. „Die Vorstellung, alle Umspannwerke von der Öffentlichkeit abzuschirmen, ist kaum durchsetzbar“, sagte Özdemir. Dennoch werde geprüft, wie die Resilienz nach dem Vorfall gestärkt werden könne. Es sei jedoch zu früh, um konkrete Lehren zu ziehen.

Ausmaß des Stromausfalls

Reutlingen hat rund 120.000 Einwohner und liegt am Fuß der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Innenminister Manuel Hagel (CDU) waren etwa 7.600 Gebäude und rund 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. Der Brand war in der Nacht zu Montag im Umspannwerk Reutlingen-West ausgebrochen. Eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren Zehntausende Menschen ohne Strom, darunter auch ein Krankenhaus. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Die Analyse des möglichen Brandbeschleunigers und weiterer Asservate soll Aufschluss über die Täter und deren Motiv geben. Die Behörden bleiben wachsam, um die Sicherheit der Stromversorgung zu gewährleisten.

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