Der Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz ist im Jahr 2024 nach jahrelangen Anstiegen erstmals wieder gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, setzten das produzierende Gewerbe und der Dienstleistungssektor mit Umweltschutzprodukten insgesamt 117,5 Milliarden Euro um – ein Rückgang um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der mit diesen Produkten verbundenen Arbeitsplätze blieb mit knapp 405.000 Vollzeitstellen nahezu unverändert.
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz dominieren
Die mit Abstand größten Anteile am Umweltumsatz entfallen auf die Bereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen. Im Energiebereich wurden 36,2 Milliarden Euro umgesetzt, davon allein 14,8 Milliarden Euro mit Windkraftanlagen an Land. Der Bereich Energieeffizienz und -einsparungen erzielte einen Umsatz von 34,1 Milliarden Euro, wobei energieeffiziente Antriebs- und Steuerungstechnik (ohne Elektromobilität) mit 11,0 Milliarden Euro den größten Posten ausmachte.
Luftreinhaltung und Abwasserwirtschaft
Weitere bedeutende Bereiche sind laut Statistikamt die Luftreinhaltung und die Abwasserwirtschaft. Zur Luftreinhaltung zählen insbesondere mit der Autoindustrie verbundene Bereiche wie die Elektromobilität und die Herstellung von Katalysatoren für Verbrenner. Hier gab es den Angaben nach auffällige Umsatzrückgänge.
Industrie als Hauptträger
Umweltbezogene Umsätze werden vor allem in der Industrie erwirtschaftet, etwa im Maschinenbau. Auf sie entfallen rund drei Viertel der gesamten Umsätze. Im Verarbeitenden Gewerbe arbeiten auch knapp zwei Drittel der 405.000 Beschäftigten.
Nabu warnt vor Warnsignal
Der Umsatzrückgang nach jahrelangen Anstiegen sei „ein erstes Warnsignal für die Bundesregierung und das Top-Management der Unternehmen“, erklärte Daniel Rieger von der Umweltorganisation Nabu. „Gerade jetzt braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Engagement stärken und Investitionen in ein nachhaltiges Wirtschaften erleichtern.“



