Brandenburg: Windkraft-Zubau stagniert trotz mehr Genehmigungen
Windkraft-Zubau in Brandenburg stagniert trotz mehr Genehmigungen

Der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) hat für das erste Halbjahr 2026 einen stagnierenden Zubau von Windkraftanlagen in Brandenburg gemeldet. Mit 22 neu errichteten und 22 abgebauten Anlagen bleibt der Gesamtbestand an Windrädern unverändert. Die installierte Leistung wuchs dennoch um 106 Megawatt (MW), was einem um 43 Prozent geringeren Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Akzeptanz durch Repowering

Der Verbandsvorsitzende Jan Hinrich Glahr bewertete die Entwicklung zwiespältig. „Die Gemeinden erzielen hohe Einnahmen, ohne dass die Zahl der Anlagen steigt“, sagte Glahr. „Denn wir bekommen viel mehr Strom aus derselben Zahl an Anlagen.“ Dies sei gut für die Akzeptanz der Windkraft. Mitte 2026 drehen sich in Brandenburg insgesamt 4.126 Windräder mit einer Leistung von knapp 10.000 Megawatt – rund 14 Prozent der in Deutschland installierten Windkraftleistung.

Deutlich mehr Genehmigungen

Die Zahl der Genehmigungen für neue Windkraftanlagen ist im ersten Halbjahr 2026 stark gestiegen: 171 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.131 MW wurden neu genehmigt – nahezu doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. „Wir hoffen, dass diese Anlagen in den nächsten zwei bis vier Jahren auch gebaut werden können“, so Glahr. Der Verband äußerte jedoch die Befürchtung, dass Anlagen wegen fallender Preise für grünen Strom und mangelnder Netzanschlusskapazität nicht in Betrieb gehen könnten.

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Kritik an Reformplänen

Die Windenergiebranche übte scharfe Kritik an den Reformplänen von Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU). Sie will unter anderem die hohen Förderkosten der erneuerbaren Energien senken, die aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Die Branche warnt vor negativen Auswirkungen auf den weiteren Ausbau.

Deutschlandweiter Ausbau

Bundesweit kommt der Ausbau von Windrädern weiter voran. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 423 Windräder an Land mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 2,36 Gigawatt in Betrieb genommen, wie Branchenverbände mitteilten. Brandenburg bleibt damit ein wichtiger, aber stagnierender Standort für die Windenergie.

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