Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 365 Diebstähle von E-Bikes und Pedelecs registriert. Der dabei entstandene Schaden beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro, wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (364 Fälle, 1,2 Millionen Euro Schaden) bewegt sich die Zahl der Delikte auf einem konstant hohen Niveau.
Usedom als Schwerpunkt der E-Bike-Kriminalität
Regional betrachtet ist der Landkreis Vorpommern-Greifswald am stärksten betroffen, insbesondere die Insel Usedom. Mehr als jeder fünfte angezeigte Diebstahl (81 Fälle) ereignete sich dort. Diese Fälle machen fast 30 Prozent des Gesamtschadens in MV aus – über 315.000 Euro. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg bezeichnet Usedom weiterhin als Hotspot. Als Gründe nennt die Behörde die Nähe zur deutsch-polnischen Grenze und die hohe Zahl an Touristen, die eigene E-Bikes mitbringen oder leihen und im öffentlichen Raum nutzen. Besonders die Kaiserbäder seien häufig betroffen.
Serie von Diebstählen am vergangenen Wochenende
Wie aktuell das Problem ist, zeigt eine Serie von Diebstählen am vergangenen Wochenende. Laut Polizei wurden neun E-Bikes gestohlen, der Schaden beträgt fast 28.000 Euro. Die Taten ereigneten sich auf Campingplätzen, einem Hotelgrundstück, vor einem Wohnhaus und an einem Strandaufgang. Diese Fälle sind in den Halbjahreszahlen noch nicht enthalten.
Gesamtschaden 2025: 2,4 Millionen Euro
Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnet das LKA eine Schadenssumme von rund 2,4 Millionen Euro bei mehr als 780 Fällen. Die Statistik basiert auf der Eingangsstatistik und kann sich noch ändern. Einbezogen werden Schadenssummen ab 300 Euro.
Schutzmaßnahmen gegen E-Bike-Diebstahl
Die Initiative K-Einbruch von Polizei und Wirtschaft rät, sich nicht nur auf das Rahmenschloss zu verlassen. E-Bikes sollten mit Vorder- und Hinterrad sowie Rahmen an einem festen Gegenstand angeschlossen werden. Empfohlen werden stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser aus hochwertigem Material. Auch Öffentlichkeit kann Diebe abschrecken – Räder sollten nicht an dunklen, einsamen Orten abgestellt werden. Zudem sollten Besitzer den Akku mitnehmen oder sichern, da das Rad ohne Akku praktisch wertlos ist. Ein GPS-Tracker kann zusätzlichen Schutz bieten, indem er eine Bewegung des Rades meldet und den Standort übermittelt. Wichtig ist auch die zweifelsfreie Identifikation des Rades, etwa durch die Rahmennummer oder einen Fahrradpass.



