Die Zukunft des Galeria-Warenhauses am Berliner Alexanderplatz ist ungewiss. Die Eigentümerin des Gebäudes, die Commerz Real, bereitet sich auf ein Szenario vor, in dem sowohl der Kaufhauskonzern als auch die geplante Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) nicht einziehen. Das teilte das Unternehmen dem RBB am Donnerstag mit.
Alternativkonzept ohne Galeria und ZLB
Gemeinsam mit dem Hamburger Immobilienunternehmen ECE sowie zwei Architekturbüros entwickelt die Commerz Real ein Konzept für einen Umbau des Gebäudes. Dieses soll für den Fall greifen, dass Galeria den Standort aufgibt und zugleich die Verhandlungen mit dem Berliner Senat über einen Umzug der ZLB scheitern. Die Pläne fallen in eine Phase wachsender Unsicherheit um den Standort.
Galeria hatte angekündigt, bundesweit 33 Warenhäuser auf ihre wirtschaftliche Zukunft zu überprüfen. Darunter sind auch vier Berliner Filialen: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm und Spandau. Parallel verhandeln Commerz Real, der Berliner Senat und Galeria weiterhin über eine Mischnutzung des Gebäudes. Nach den bisherigen Plänen könnte Galeria seine Verkaufsfläche deutlich verkleinern, während die ZLB als Hauptmieter einziehen würde, berichtet der RBB. Eine Einigung steht bislang jedoch aus, unter anderem wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen. Die Kulturverwaltung erklärte dem RBB, man befinde sich weiterhin in „guten Gesprächen“.
Wirtschaftssenatorin Giffey betont Interesse des Senats
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bekräftigte unterdessen das Interesse des Senats am Erhalt der Berliner Galeria-Standorte. Auf Instagram teilte sie mit, die neue Unternehmensstrategie biete die Chance, die Warenhäuser langfristig zukunftsfähig aufzustellen. „Klar ist aber auch: ohne Veränderungen an den Rahmenbedingungen vor Ort wird es nicht gehen“. Im Mittelpunkt stünden nun Lösungen bei den Mietkonditionen, Flächenzuschnitten und der Attraktivität der jeweiligen Standorte. „Dort, wo das Land Berlin unterstützen und zwischen den Beteiligten vermitteln kann, werden wir das, wie bisher auch, tun“, teilte Giffey mit.



