Drei Jahre nach dem verheerenden Brand im Kindergarten St. Martin in Günzburg investiert die Stadt nun Millionen in die Einrichtung. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, werden insgesamt rund 4,5 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens gesteckt. Die Arbeiten sollen im kommenden Jahr abgeschlossen sein.
Hintergrund: Brand im Jahr 2021
Im August 2021 war in dem Kindergarten ein Feuer ausgebrochen, das erheblichen Schaden anrichtete. Die Brandursache war nach damaligen Ermittlungen ein technischer Defekt. Seitdem war die Einrichtung nur eingeschränkt nutzbar, die Kinder wurden in Ausweichquartieren untergebracht.
Die Stadt Günzburg hat sich nun entschlossen, das Gebäude nicht nur zu reparieren, sondern auch zu erweitern. Geplant sind unter anderem zwei zusätzliche Gruppenräume sowie ein neuer Mehrzweckraum. Auch die Sanitäranlagen und die Küche werden modernisiert.
Finanzierung und Zeitplan
Die Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Euro werden aus städtischen Mitteln finanziert. Ein Teil der Summe soll durch Fördermittel des Freistaats Bayern gedeckt werden, wie Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (CSU) betonte. „Die Stadt investiert hier in die Zukunft unserer Kinder“, sagte Jauernig. „Wir wollen, dass die Einrichtung modern und zeitgemäß ist.“
Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2024 beginnen und voraussichtlich im Herbst 2025 abgeschlossen sein. Während der Bauzeit wird der Kindergartenbetrieb in einem Container auf dem Gelände fortgeführt.
Auswirkungen auf die Betreuung
Nach der Fertigstellung wird der Kindergarten St. Martin dann Platz für insgesamt 100 Kinder bieten – 25 mehr als bisher. Damit reagiert die Stadt auf den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen in Günzburg. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, insbesondere für Kinder unter drei Jahren.
Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die Erweiterung die Wartelisten deutlich verkürzen wird. Eltern, die auf einen Platz hoffen, können sich ab sofort wieder regulär anmelden.
Reaktionen aus der Politik
Die Entscheidung der Stadt stößt im Stadtrat auf breite Zustimmung. Die Fraktionen von CSU, SPD und Grünen lobten die Investition als wichtigen Schritt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Es ist gut, dass wir jetzt die Weichen für die Zukunft stellen“, sagte die SPD-Stadträtin Maria Müller. Auch der Elternbeirat des Kindergartens zeigte sich erleichtert über die Perspektive.
Mit der Sanierung wird auch die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert. Eine neue Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sollen die Betriebskosten senken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.



