Der Großteil der deutschen Einzelhändler blickt pessimistisch auf das laufende Jahr. 65 Prozent der befragten Unternehmen erwarten Umsätze, die leicht oder deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Dienstag mitteilte. Im Jahr 2025 lag dieser Anteil noch bei 53 Prozent. Nur 18 Prozent der Händler gehen von Umsatzsteigerungen gegenüber 2025 aus. Der HDE hält dennoch an seiner offiziellen Prognose fest: Demnach soll der Branchenumsatz 2026 um zwei Prozent auf 697,4 Milliarden Euro steigen. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.
Stimmung wie im zweiten Corona-Lockdown
„Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen“, sagte HDE-Präsident Alexander von Preen in Berlin. „Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war.“ Die Umfrage unter rund 600 Handelsunternehmen zeigt: 42 Prozent bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln der Befragten hat sich die Lage im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschlechtert. 69 Prozent berichten von gesunkenen Gewinnen.
Steigende Kosten bei stagnierenden Umsätzen
„Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf – bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, erläuterte von Preen. Der Einzelhandel sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine Säule für die gesamte Gesellschaft. Daher müsse die Politik die Rahmenbedingungen verbessern. Der HDE warnte ausdrücklich vor einer Abschaffung oder Verschlechterung der Minijobs. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen“, sagte von Preen. „Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen.“ Zudem forderte der Verband einen verbindlichen Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten.
Regionale Nachrichten im Überblick
In Baden-Württemberg wird die Pflege im Heim für Bewohner immer teurer. Die Polizei in Rheinland-Pfalz und im Saarland bittet um Hinweise zu einem freilaufenden Pfau. In Sachsen stärkt der Klimawandel den Sojaanbau. Der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert, dass die Ernte zwar gut sei, die Rechnung aber nicht stimme. In Berlin und Brandenburg sorgt sich der Sportler Wiede um sein Comeback. Ein Autofahrer flüchtete in Baden-Württemberg vor der Polizei und fuhr gegen einen Baum. Ein Motorradfahrer starb bei einem Unfall mit einem Linienbus in Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg wurden Eltern aus der „Reichsbürger“-Szene verurteilt, nachdem ihr Kleinkind gestorben war. Ein blutiger Streit in einer Spielhalle in Bayern endete mit einem Verdächtigen in Untersuchungshaft. Auf einem Rastplatz in Hamburg wurde ein Baby geboren. Die Autobahn bei Würzburg in Richtung Frankfurt wurde gesperrt. In Königs Wusterhausen krachte ein Radfahrer in ein parkendes Auto. Ein Mann schlug in Baden-Württemberg einem Fahrkartenkontrolleur mit dem Handy ins Gesicht. Rastplätze in Rheinland-Pfalz fielen beim ADAC-Test durch. IT-Probleme bei der Berliner Justiz dauern an. Ein Brand in einem Umspannwerk in Niedersachsen verursachte einen Stromausfall. In Bayern drohen Hitze und Gewitter, mancherorts Unwettergefahr. Der bundesweit schlechteste Rastplatz beim ADAC-Test liegt in Hessen. Ein besetztes Uni-Gebäude in Gießen wurde geräumt. In Nordrhein-Westfalen warnte Liminski vor politischer Radikalisierung in Frankreich.



