Helene Fischer verteidigt hohe Ticketpreise in Tagesthemen-Interview
Helene Fischer verteidigt hohe Ticketpreise im TV

Schlagerstar Helene Fischer hat in einem Interview mit den „Tagesthemen“ die hohen Preise für ihre Konzerttickets verteidigt. Auf die Frage von Moderator Ingo Zamperoni, ob solche Events bald nur noch für Privilegierte und Wohlhabende zugänglich seien, antwortete die 41-Jährige diplomatisch: „Das ist natürlich ein wichtiger Punkt.“ Sie und ihr Team würden sich im Vorfeld „wahnsinnig lange darüber Gedanken machen“. Doch auf der anderen Seite verwies sie auf die Hunderte von Mitarbeitern, die an einer großen Show beteiligt seien: „Wir schaffen irgendwo auch Arbeitsplätze.“ Zudem seien die Materialkosten stetig gestiegen.

Hintergrund der Preisdebatte

Die günstigsten Tickets für Fischers 360°-Show kosteten laut „t-online“ zwischen 71 und 90 Euro, je nach Stadt. Für VIP-Karten mussten Fans bis zu 700 Euro zahlen. Die Preissteigerung betrifft nicht nur Fischer: Weltweit verlangen Künstler wie Adele, Taylor Swift oder Bruce Springsteen deutlich höhere Eintrittspreise als noch vor einigen Jahren. Hinzu kommt der Zweitmarkt, auf dem Tickets oft zu horrenden Preisen weiterverkauft werden.

Politik gegen Wucher

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat angekündigt, gegen überhöhte Preise auf dem Zweitmarkt vorzugehen. In einem offenen Brief hatten Künstler und Veranstalter die Ministerin aufgefordert, „Wucher und Betrug“ zu bekämpfen. Hubig betonte, dass Konzerte, Fußballspiele und andere Veranstaltungen nicht nur denen offenstehen dürften, „die sich die horrenden Preise auf dem Zweitmarkt leisten können“. Erste Maßnahmen sollen überzogene Preisaufschläge beim Weiterverkauf begrenzen.

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Beispiel Olivia Dean

Die Sängerin Olivia Dean hatte im vergangenen Jahr die Plattform Ticketmaster gerügt, weil sie exorbitante Preise für wiederverkaufte Tickets ihrer Nordamerika-Tour zuließ. Daraufhin deckelte Ticketmaster die Preise. Dies zeigt, dass Druck von Künstlern Wirkung zeigen kann.

Helene Fischer betonte im Interview, dass die Ticketpreise nicht leichtfertig festgelegt würden. Die hohen Kosten für Technik, Personal und Transport müssten gedeckt werden. Ob die Argumentation der Sängerin die Kritiker überzeugen wird, bleibt fraglich. Die Debatte um bezahlbare Kulturerlebnisse ist damit nicht beendet.

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