Der frühere Nationalspieler und Hertha-Kapitän Marvin Plattenhardt (34) meldet sich nach einer zweijährigen Auszeit zurück – nicht auf dem Fußballplatz, sondern als Unternehmer. Sein Startup Pinù hat zwei neue vegane High-Protein-Drinks auf den Markt gebracht. Im Interview spricht er über sein neues Leben, die Kritik an Hertha BSC und die mögliche Verpflichtung von Jürgen Klopp als Bundestrainer.
Neue Produkte und Social-Media-Comeback
„Ich habe eine kleine Auszeit von Social Media gebraucht, um mich auf das Wesentliche zu fokussieren, wie Familie und unser Unternehmen Pinù. Jetzt ist Platte back! Seit Montag habe ich mich wieder mit einem neuen Instagram-Account zurückgemeldet“, erklärte Plattenhardt. Nach der erfolgreichen veganen Pistazien-Milch bietet Pinù nun zwei pflanzliche Protein-Drinks in den Geschmacksrichtungen Vanille und Pistazie an. „Sehr lecker, leicht cremig und mit hochwertigen Inhaltsstoffen“, so der Ex-Profi. Die Getränke sind bereits im Onlineshop erhältlich und sollen bald in Supermärkten und Fitnessstudios gelistet werden.
Absage von „Höhle der Löwen“ und Erfolg ohne Deal
Das Startup war zuvor bei der TV-Show „Höhle der Löwen“ aufgetreten, hatte aber keinen Deal erhalten. „Natürlich waren wir im ersten Moment enttäuscht. Rückblickend war die Teilnahme aber eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Wir haben viel gelernt und sind unseren Weg konsequent weitergegangen. Heute sind unsere Produkte im Handel erhältlich. Das zeigt uns, dass man nicht zwingend einen Deal braucht, um erfolgreich zu sein“, betonte Plattenhardt. Die Unterstützung von Familie und Freunden sei überwältigend gewesen: „Alle Pakete wurden eigenhändig gepackt, bis spät in die Nacht.“
Abschied vom Fußball ohne Wehmut
Auf die Frage, ob er den Fußball vermisse, antwortete Plattenhardt klar: „Ich habe seit zwei Jahren keinen Ball am Fuß gehabt und bin komplett fein damit!“ Nach dem Vertragsende bei Hertha habe er noch ein halbes Jahr mit einem privaten Fitness-Coach trainiert und Angebote erhalten – unter anderem von Fulham, zwei italienischen Klubs, mehreren Zweitligisten aus Deutschland und einer lukrativen Anfrage aus Saudi-Arabien. „Aber ich wollte das alles nicht mehr. Ich habe meinen Kindheitstraum gelebt, aber auch auf viel verzichtet. Jetzt kann ich einiges nachholen mit Familie und Freunden. Das ist auch traumhaft schön.“
Hertha in der Krise: Kritik und Sorge
Plattenhardt, der in neun Jahren 239 Pflichtspiele für Hertha BSC absolvierte und 2022 mit seinem Freistoßtor im Relegationsspiel gegen den HSV den Klassenerhalt sicherte, äußerte sich besorgt über die aktuelle Situation seines Ex-Vereins. „Gefühlt gibt es dort jedes Jahr einen Umbruch. Ich habe auch gelesen, dass Hertha noch keine neuen Spieler verpflichtet hat und viele Spieler aus dem Nachwuchs hochzieht. Da muss Hertha aufpassen, dass die Situation nicht außer Kontrolle gerät, und alles daransetzen, wieder die Kurve zu bekommen.“
Auf die scherzhafte Frage, ob er selbst als Linksverteidiger einspringen würde, antwortete er schmunzelnd: „Das wäre eine Geschichte, was? Mit etwas Anlaufzeit könnte ich wieder fit werden. Spaß beiseite: Ich habe wirklich abgeschlossen mit Fußball, das ist kein Thema. Aber ich bin auch gespannt, wie es bei Hertha weitergeht. Ich drücke die Daumen.“
Klopp als Bundestrainer und WM-Aus
Zum vorzeitigen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft sagte Plattenhardt: „Enttäuschend. Wir sind zu früh ausgeschieden. Von den Namen her haben wir echt geile Kicker. Vielleicht haben ein Stück weit die Mentalität und das Herzblut gefehlt?“ Auf die Frage nach Jürgen Klopp als möglichem Bundestrainer antwortete er: „Klopp wäre aus meiner Sicht eine gute Besetzung. Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit und hat sich in den letzten Jahren eine enorme Autorität erarbeitet. Taktisch und fußballerisch gibt es aus meiner Sicht auch keinen Besseren als Kloppo. Ich sehe es positiv, dass Deutschland so in den nächsten Jahren wieder oben mitspielen kann.“
Zukunft: Trainerschein möglich
Abschließend verriet Plattenhardt, dass er über eine Rückkehr auf die Fußballbühne nachdenkt – wenn auch nicht als Spieler: „Ich denke darüber nach, ob ich in Zukunft den Trainerschein machen werde.“



