Mieten in Niedersachsen um 24,7 Prozent gestiegen – Linke fordert Mietendeckel
Mieten in Niedersachsen um 24,7 Prozent gestiegen

Die Angebotsmieten in Niedersachsen sind zwischen 2020 und 2025 um 24,7 Prozent gestiegen. Mit 9,69 Euro pro Quadratmeter erreichten sie im vergangenen Jahr ein Rekordhoch. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken zur mieten- und wohnungspolitischen Entwicklung im Bundesland hervor.

Jeder dritte Haushalt stark belastet

„Die Wohnungskrise in Niedersachsen verschärft sich dramatisch“, sagte der Bundestagsabgeordnete Jorrit Bosch von der Linken. Bereits mehr als jeder dritte Haushalt müsse mindestens 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Kaltmiete aufbringen. Rund 253.000 Haushalte gaben sogar mindestens 40 Prozent ihres Einkommens dafür aus. „Wohnen wird für immer mehr Menschen zur finanziellen Belastungsprobe. Das ist das Ergebnis einer gescheiterten Mietenpolitik, die den Markt machen lässt, statt bezahlbaren Wohnraum konsequent zu sichern“, betonte der Linken-Politiker.

Sozialwohnungen schrumpfen trotz Neubau

Wer die Wohnungsfrage allein mit dem Ruf nach immer mehr Neubau beantworten will, greife nach Ansicht der Linken zu kurz. Die Entwicklung zeige: Trotz Tausender neu gebauter Wohnungen steigen die Mieten weiter stark an. Gleichzeitig sei der Bestand an Sozialwohnungen seit 2015 um fast 40.000 geschrumpft. „Entscheidend ist nicht nur, dass gebaut wird, sondern für wen gebaut wird. Was fehlt, sind dauerhaft bezahlbare Wohnungen in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand statt gewinnorientiertem Wohnungsbau“, so Bosch.

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Mietpreisbremse unzureichend

Die Mietpreisbremse wirke vielerorts nicht und lasse sich noch immer zu leicht umgehen. Deshalb brauche es einen wirksamen Mietendeckel, der den weiteren Anstieg der Mieten stoppt. Die Linken fordern ein Umdenken in der Wohnungspolitik, um bezahlbaren Wohnraum für alle zu sichern.

Teuerste Gebiete und stärkste Anstiege

Die teuersten Gebiete waren 2025 der Landkreis Harburg mit 12,31 Euro pro Quadratmeter und einer Steigerung von 28,1 Prozent in fünf Jahren, die Stadt Oldenburg mit 11,68 Euro (plus 31,8 Prozent) und der Landkreis Lüneburg mit 11,53 Euro (plus 28,5 Prozent). Die stärksten Mietanstiege der vergangenen fünf Jahre verzeichneten der Landkreis Cuxhaven mit 45,1 Prozent auf 9,75 Euro pro Quadratmeter, der Landkreis Emsland mit 43,5 Prozent auf 9,79 Euro und die Grafschaft Bentheim mit 41,8 Prozent auf 10,51 Euro.

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