Winzige Organe aus dem Labor
Sina Bartfeld, Leiterin des Fachgebiets Medizinische Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin und Co-Sprecherin des Forschungszentrums „Der Simulierte Mensch“, forscht an sogenannten Organoiden. Diese Mini-Organe werden aus menschlichen Stammzellen gezüchtet und imitieren die Funktionen echter Organe. Ihr Fokus liegt auf Magen- und Darminfektionen.
Forschung an der TU Berlin
Bartfeld nutzt die Organoide, um Infektionskrankheiten wie die durch Helicobacter pylori verursachte Magenentzündung zu untersuchen. Die Mini-Organe ermöglichen es, Krankheitsmechanismen im Detail zu beobachten und neue Wirkstoffe zu testen, ohne auf Tierversuche angewiesen zu sein. „Organoide sind ein Meilenstein für die personalisierte Medizin“, betont Bartfeld.
Zentrum „Der Simulierte Mensch“
Das interdisziplinäre Zentrum „Der Simulierte Mensch“ bündelt Expertise aus Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften. Ziel ist es, menschliche Organe digital und physisch nachzubilden. Bartfelds Arbeit trägt dazu bei, die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen und Nebenwirkungen besser vorherzusagen.
Bedeutung für die Zukunft
Laut Bartfeld könnten Organoide in Zukunft dazu dienen, individuelle Therapien für Patienten zu entwickeln. Beispielsweise lassen sich aus einer Gewebeprobe eines Krebspatienten Organoide züchten, um die wirksamste Chemotherapie zu identifizieren. „Das spart Zeit und rettet Leben“, so die Forscherin. Die Berliner Forschung positioniert sich damit an der Spitze der medizinischen Innovation.



