Boeing verzeichnet höheren Verlust im zweiten Quartal durch Air Force One Kosten
Boeing: Höherer Verlust durch Air Force One Kosten

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im zweiten Quartal 2026 einen Verlust von 428 Millionen Dollar (rund 377 Millionen Euro) eingefahren – ein schlechteres Ergebnis als von Analysten erwartet. Zwar verbesserte sich das Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als der Verlust noch 612 Millionen Dollar betragen hatte, doch belasteten vor allem zusätzliche Kosten für die Entwicklung der neuen US-Präsidentenflugzeuge die Bilanz.

Mehrkosten drücken das Ergebnis

Das Programm zur Fertigung der beiden künftigen Air-Force-One-Maschinen verursachte im zweiten Quartal außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 280 Millionen Dollar. Wie Boeing mitteilte, entstanden diese überwiegend durch „Investitionen in zusätzliche Produktions- und Zertifizierungsressourcen“. Der Konzern hatte den Auftrag für die beiden Flugzeuge vom Typ 747-8 bereits im Jahr 2018 erhalten. Ursprünglich war die Auslieferung bis Ende 2024 zu einem Festpreis von 3,9 Milliarden Dollar vereinbart. Doch Änderungswünsche der US-Regierung während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump führten zu Verzögerungen. Da es sich um einen Festpreisvertrag handelt, trägt Boeing die steigenden Kosten selbst. Inzwischen rechnet das Unternehmen mit der ersten Auslieferung im Jahr 2028.

Umsatz legt zu – vor allem im Verkehrsflugzeuggeschäft

Trotz des Verlustes meldete Boeing für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg von acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar. Haupttreiber waren nach Unternehmensangaben höhere Auslieferungen bei Verkehrsflugzeugen sowie ein gestiegenes Volumen im Verteidigungs- und Raumfahrtbereich. Konzernchef Kelly Ortberg, der die Führung vor zwei Jahren inmitten einer schweren Sicherheitskrise bei Boeing übernommen hatte, zeigte sich zufrieden: „Wir haben ein solides Quartal abgeliefert und bewegen uns weiterhin in die richtige Richtung.“

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Herausforderungen bleiben

Der Schuldenberg des Konzerns bleibt indes hoch. Boeing hatte in den vergangenen Jahren wiederholt mit Produktionsproblemen, Sicherheitsmängeln und den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Die Verzögerungen beim Air-Force-One-Programm sind ein weiteres Beispiel für die Schwierigkeiten bei Großprojekten. Zudem steht der Konzern unter Druck, die Qualitätskontrolle zu verbessern, nachdem es bei den Verkehrsflugzeugen der 737-Reihe zu Zwischenfällen gekommen war. Analysten bewerten die Quartalszahlen daher insgesamt als gemischt: Der Umsatz zeigt Stärke, doch die anhaltenden Kostensteigerungen bei militärischen Festpreisverträgen belasten die Marge.

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