Brandenburg lockt Rüstungsfirmen: Platzvorteil gegenüber Berlin
Brandenburg lockt Rüstungsfirmen: Platzvorteil

Brandenburg setzt verstärkt auf die Ansiedlung von Rüstungsunternehmen. Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sieht dabei einen entscheidenden Vorteil des Bundeslandes gegenüber der Hauptstadt: die Verfügbarkeit von großen Flächen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr mit guten Botschaften zu neuen Ansiedlungen rechnen können“, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur. Seit März dieses Jahres leitet sie das Wirtschaftsministerium in Potsdam.

Platzvorteil gegenüber Berlin

Laut Klement gibt es bereits diverse Interessenten aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, die an bestehenden Unternehmensstandorten interessiert sind. „Aber auch Neuansiedlungen stehen im Raum“, betonte sie. Die Unternehmen suchten vermehrt Flächen mit speziellen Anforderungen, etwa für Flug- und Testmöglichkeiten. „Hier bietet Brandenburg durchaus Vorteile – über Berlin-Mitte lässt sich das schlecht umsetzen.“ Brandenburg habe deutlich mehr Flächen als Berlin, zudem sei die unmittelbare Nähe zur Hauptstadt ein klarer Standortvorteil.

Landesregierung positioniert Brandenburg als Rüstungsstandort

Die Landesregierung aus SPD und CDU will Brandenburg gezielt als Standort für Rüstungsunternehmen positionieren. Mit dem früheren Regierungspartner BSW, das sich gegen den Verteidigungskurs der Bundesregierung stellt, wäre dies kaum möglich gewesen. Die Bundesregierung hat aufgrund der verschärften Sicherheitslage und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ein Milliarden-Sondervermögen für die Verteidigung aufgelegt.

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Klement: Nicht von der Seitenlinie zuschauen

Die Wirtschaftsministerin sieht in der aktuellen Entwicklung großes Potenzial. „Da tut sich extrem viel, da ist sehr viel Dynamik im System und angesichts des Sondervermögens auch großes wirtschaftliches und finanzielles Potenzial.“ Wenn die Landesregierung nicht für Brandenburg als attraktiven Standort werbe, „dann werden die Ansiedlungen anderswo stattfinden und Brandenburg muss von der Seitenlinie zuschauen“. Wichtig sei zudem, dass auch kleine und mittlere Unternehmen von der Entwicklung profitierten.

Konkrete Projekte in Brandenburg

Der Rüstungskonzern KNDS ließ zuletzt offen, ob er über eine mögliche Übernahme des Mercedes-Werks in Ludwigsfelde verhandelt. In Brandenburg an der Havel ist der Druckmaschinenhersteller Heidelberg bereits in das Geschäft mit Drohnenabwehrsystemen eingestiegen. Diehl Defence will im Spreewerk Lübben Zünder herstellen; ein Produktionsbeginn sei für 2027 zu erwarten, teilte das Unternehmen auf Anfrage der dpa mit. Auch an weiteren Flächen sei Diehl Defence interessiert.

Skepsis in der Bevölkerung ernst nehmen

Klement räumt ein, dass die Rüstungs- und Verteidigungsbranche nicht überall auf Begeisterung stößt. „Um nachvollziehbarer Skepsis in der Bevölkerung zu begegnen, ist es unerlässlich, die Leute vor Ort frühzeitig und bestmöglich mitzunehmen.“ Arbeitsplätze, Gewerbesteuer und die Chance auf weiteren Aufschwung in der Region erhöhten sicherlich die Akzeptanz für die meisten Anwohner, meint die Ministerin.

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