BVG testet „Pink*Zones“ für mehr Sichtbarkeit an Notrufsäulen
BVG testet „Pink*Zones“ an Notrufsäulen

Pilotprojekt „Pink*Zone“ gestartet

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ein Pilotprojekt gestartet, um ihre Notruf- und Informationssäulen in U-Bahnhöfen besser sichtbar zu machen. Unter dem Namen „Pink*Zone“ werden auffällige Bodenmarkierungen in knalligen Farben getestet. Laut BVG steht „Pink für Punkt für Information, Notruf, Kontakt und das Sternchen für alle“. Das Projekt soll drei Monate laufen.

BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk stellte die ersten Markierungen auf dem Bahnsteig der U6 am Alexanderplatz vor. Weitere Standorte sind die Bahnhöfe Kurfürstenstraße und Britz-Süd. In den kommenden Tagen sollen Markierungen an den Stationen Walter-Schreiber-Platz und Osloer Straße folgen. Dabei werden unterschiedliche auffällige Farben getestet, um die beste Wirkung zu ermitteln.

Funktionsweise der Notrufsäulen

Die Notrufsäulen befinden sich in der Regel am Anfang und Ende eines Bahnsteiges. Über einen Notrufknopf können Fahrgäste, die sich unwohl fühlen, sofort die rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale erreichen. Diese ist mit Sicherheitsmitarbeitern und einem Polizisten besetzt. Die Zentrale kann die Säule per Videokamera einsehen und bei Bedarf eine nahe gelegene Sicherheitsstreife alarmieren. Per GPS kann die Zentrale den Standort aller 250 Sicherheitskräfte der BVG verfolgen.

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Täglich gehen bei der BVG rund 800 Notrufe über diese Säulen ein, inklusive Falschalarme. Wie viele davon falscher Alarm sind, wird nicht erfasst. Insgesamt sind derzeit 570 Notruf- und Informationssäulen im Einsatz.

Sicherheitsstrategie und Kriminalitätsrückgang

Henrik Falk erklärte: „Sicherheit bedeutet nicht nur Technik und Personal, sondern auch Orientierung. Es muss auf einen Blick erkennbar sein, wo Unterstützung erreichbar ist. Mit unserem Pilotprojekt rücken wir die Notruf- und Informationssäulen stärker in den Fokus, damit jeder sofort erkennt: Hier gibt es Hilfe.“ Er betonte, dass die neue Orientierung die erfolgreiche BVG-Sicherheitsstrategie ergänzen solle.

Im ersten Halbjahr 2026 sind die Fälle von Körperverletzung in BVG-Fahrzeugen um 14 Prozent zurückgegangen, Sexualdelikte um 5 Prozent und Taschendiebstähle um rund 31 Prozent, so Falk. Im gesamten Jahr 2025 wurden in Berliner U-Bahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen, Regionalzügen und Bussen 13.585 Straftaten erfasst – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Allerdings stiegen die Fälle von Sexualdelikten und die Zahl weiblicher Opfer.

Feedback der Fahrgäste erwünscht

Die BVG bittet Fahrgäste um Rückmeldung zu den Farbmarkierungen. Auf den Flächen vor den Säulen sind QR-Codes angebracht, die zu einer Umfrage führen. „Wir möchten wissen, was funktioniert im Alltag wirklich? Dieses Feedback fließt in die Weiterentwicklung des Projekts ein“, sagte Jenny Zeller-Grothe, BVG-Vorständin für Betrieb und Personal.

Bei einem Testanruf während der Vorstellung war die Notrufzentrale aufgrund der lauten Umgebungsgeräusche durch an- und abfahrende U-Bahnen nur schwer zu verstehen. Die BVG will die Ergebnisse des Pilotprojekts auswerten und gegebenenfalls die Markierungen dauerhaft einführen.

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