China-Schock 2.0: Deutsche Industrie im Visier
Der Ökonom Sander Tordoir warnt in einem Gespräch mit Paul Ronzheimer vor einem „China-Schock 2.0“. Chinas massive Subventionen, Überkapazitäten und Exportoffensive setzen zentrale deutsche Branchen wie die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Chemie zunehmend unter Druck. Laut Tordoir steht Deutschland diesmal im Zentrum des wirtschaftlichen Schocks, und Hunderttausende Industriearbeitsplätze könnten gefährdet sein.
Die drei bedrohten Schlüsselbranchen
Besonders betroffen sind die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Chemieindustrie. Diese Sektoren sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und beschäftigen zusammen mehrere Millionen Menschen. Tordoir erklärt, dass chinesische Unternehmen durch staatliche Hilfen in der Lage seien, Produkte zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt zu werfen. Deutsche Hersteller könnten da kaum mithalten.
Handlungsdruck auf Merz und Europa
Der Ökonom appelliert an Friedrich Merz und die europäischen Institutionen, jetzt zu handeln. „Es ist höchste Zeit, dass Europa eine gemeinsame Strategie entwickelt, um sich gegen diese unfairen Praktiken zu wehren“, so Tordoir. Er fordert unter anderem gezielte Gegenzölle und eine Stärkung der heimischen Industrie durch Investitionen in Innovation und Digitalisierung.
Gefahr für den Wohlstand
Tordoir betont, dass die aktuelle Entwicklung die größte Gefahr für den deutschen Wohlstand darstellt. Ohne Gegenmaßnahmen könnten nicht nur Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch die technologische Führungsrolle Deutschlands in wichtigen Zukunftsfeldern. „Die Politik muss jetzt entschlossen handeln, sonst droht ein wirtschaftlicher Abstieg“, warnt der Ökonom.



