Gardena streicht 250 Stellen und stoppt Wachstumsprojekt
Ulm (Baden-Württemberg) – Der bekannte Gartengeräte-Hersteller Gardena kämpft mit schrumpfenden Umsätzen und kündigt nun empfindliche Einschnitte an. Das Unternehmen, das zur schwedischen Husqvarna Group gehört, wird bis Ende 2028 rund 250 Arbeitsplätze in der Produktion an den Standorten Ulm, Heuchlingen und Niederstotzingen streichen. Zudem wird die geplante Expansion des Standorts in Heuchlingen endgültig aufgegeben.
Expansion in Heuchlingen gestoppt
Eigentlich sollte bereits 2023 mit dem Ausbau des Standorts in Heuchlingen begonnen werden, wo unter anderem Schlauchkupplungen und Brausen aus Kunststoff gefertigt werden. Doch immer wieder kam es zu Verzögerungen. Nun hat Gardena die Pläne komplett verworfen. „Im Rahmen einer umfassenden Neubewertung der europäischen Fertigungsstandorte optimiert Gardena sein Produktionsnetzwerk, um Effizienzsteigerungen zu erzielen und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, teilte das Unternehmen mit. Der Ausbau sei aufgrund der Neubewertung nicht mehr nötig, was auch die Logistik betreffe.
250 Stellen fallen weg
Ein Sprecher von Gardena bestätigte auf Anfrage, dass geplant sei, bis Ende 2028 rund 250 Stellen in der Produktion der Standorte in Ulm, Heuchlingen und Niederstotzingen zu reduzieren. Der Abbau erfolge schrittweise. Es gehe jedoch nicht um eine Schließung der baden-württembergischen Standorte. Die Belegschaft sei am Dienstag in Versammlungen informiert worden, und die Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern hätten begonnen.
Neuausrichtung des Produktionsnetzwerks
Gardena unterhält in Tschechien drei Standorte. Im Zuge der Neuaufstellung sollen die Profile der einzelnen Werke geschärft werden, was zu gezielten Verlagerungen von Produktionslinien führen wird. Diese Verlagerungen erfolgen in beide Richtungen, sodass nicht zwangsläufig Arbeitsplätze von Deutschland nach Tschechien verlegt werden. Maha Elkharbotly, Präsidentin von Gardena, betonte: „Uns ist es wichtig, unser Fertigungsnetzwerk zukunftsfähig und wettbewerbsstark auszurichten und zugleich Klarheit über die Perspektiven des Standorts zu schaffen.“
Umsatzrückgang und geopolitische Spannungen
Im vergangenen Jahr verzeichnete Gardena einen Umsatzrückgang, und der operative Gewinn sank um zwei Prozent auf rund 65 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen Anfang 2026 „Handelszölle und anhaltende geopolitische Spannungen“. Der Husqvarna-Konzern beschäftigt in Deutschland rund 2180 Menschen, weltweit sind etwa 3110 Mitarbeiter für Gardena tätig.



