Wirtschaftsrat: Sommerpause zu lang – Politiker sollen Ferien kürzen
Wirtschaftsrat fordert kürzere Sommerpause für Bundestag

Berlin – Angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Deutschland fordert der CDU-Wirtschaftsrat eine Verkürzung der parlamentarischen Sommerpause. Die Präsidentin des Verbandes, Astrid Hamker (59), kritisierte gegenüber der BILD-Zeitung, dass sich kein Unternehmen in einer derart „desolaten“ Lage eine achtwöchige Auszeit leisten könne.

Reformstau gefährdet Zukunft

„Deutschland steckt in der heftigsten Wirtschafts- und Strukturkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Zukunft unserer Volkswirtschaft steht auf dem Spiel“, warnte Hamker. Es sei daher „ein starkes, aber auch notwendiges Signal, wenn die Sommerpause der Parlamentarier angepasst wird.“ Der Verband mit rund 13.000 Mitgliedern, darunter viele kleine und mittlere Unternehmen sowie Großkonzerne, sieht die geplanten Reformen als dringend notwendig an.

Hintergrund der Sommerpause

Die letzte Sitzungswoche des Bundestages vor der Sommerpause endet am 10. Juli. Erst am 7. September kommen die Abgeordneten wieder in Berlin zusammen – eine Unterbrechung von acht Wochen. Aus Sicht des Wirtschaftsrates ist dies angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht vertretbar. Der Wirtschaftsrat versteht sich als unternehmerischer Berufsverband und ist kein offizielles Parteigremium der CDU.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

OECD-Prognose trübt Aussichten

Die Forderung nach kürzeren Ferien wird durch aktuelle Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untermauert. Demnach wird das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nur bei 0,7 Prozent liegen. Für 2027 wird lediglich ein Plus von 1,1 Prozent erwartet – 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März prognostiziert. Steigende Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts könnten zudem die Inflation weiter anheizen.

Wirtschaft verdrängt Migration als Hauptsorge

Die wirtschaftliche Lage hat in der öffentlichen Wahrnehmung die Migration als größte Sorge der Deutschen abgelöst. Laut einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend nennen 27 Prozent der Befragten die Wirtschaft als wichtigste Aufgabe für die Politik. Dies unterstreicht den Handlungsdruck auf die Bundesregierung.

Die Debatte um die Länge der Sommerpause zeigt, wie ernst die Lage aus Sicht der Wirtschaft eingeschätzt wird. Ob die Politik darauf reagiert, bleibt abzuwarten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration