Bundesbank: Deutsche Wirtschaft wächst trotz Iran-Krieg – Inflation steigt weiter
Bundesbank: Wirtschaft wächst, Inflation bleibt hoch

Die deutsche Wirtschaft bleibt laut Bundesbank auf Wachstumskurs, doch die Inflation wird voraussichtlich wieder anziehen. Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg und steigende Energiepreise habe das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal leicht zugelegt, teilte die Zentralbank in ihrem Monatsbericht am Dienstag mit.

Mini-Wachstum im Frühjahr erwartet

Nach einem Plus von 0,3 Prozent im ersten Quartal erwarten von Reuters befragte Experten für das zweite Quartal (April bis Juni) ein minimales Wachstum von 0,1 Prozent. Die vorläufigen BIP-Zahlen werden am Donnerstag veröffentlicht. Laut Bundesbank profitierte die Industrie von einer dynamischen Auslandsnachfrage und wachsenden Exporten. Die Verbraucher ließen sich von hohen Energiepreisen und Kaufkraftverlusten wenig beeindrucken: „Sie hielten ihre Konsumausgaben wohl mindestens stabil. Schließlich stützte die expansive Fiskalpolitik die Konjunktur“, heißt es im Bericht.

Temporäre Stützfaktoren im Spiel

Die Volkswirte der Bundesbank in Frankfurt verweisen darauf, dass das Wachstum im Frühjahr teilweise auf vorübergehende Faktoren zurückzuführen sei. So hätten deutsche Exporteure davon profitiert, dass internationale Wettbewerber – vor allem in Asien – stärker von Engpässen bei Vorprodukten betroffen waren. Zudem hätten Vorzieheffekte in Erwartung von Knappheiten und steigenden Preisen Teile der Industrie stabilisiert. Ohne diese temporären Stützen könnte das BIP im Sommerquartal etwas schwächer zulegen, so das Fazit der Bundesbank. Insgesamt sprächen die aktuellen Konjunkturdaten für eine etwas höhere Grunddynamik als in der Juni-Prognose, die für 2026 ein unbereinigtes BIP-Wachstum von 0,7 Prozent vorhersagte.

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Keine Entwarnung bei der Inflation

Im Zuge des Iran-Krieges sind die Energiepreise stark gestiegen, was die Lebenshaltungskosten nach oben treibt. Im Juni lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent, die für europäische Vergleichszwecke berechnete Teuerungsrate (HVPI) sogar bei 2,4 Prozent. „Die Inflationsrate dürfte von dem gegenwärtig immer noch erhöhten Niveau aus in den kommenden Monaten wieder etwas steigen“, sagen die Bundesbank-Volkswirte voraus. Dazu trage vor allem bei, dass der Tankrabatt Anfang Juli auslief. Außerdem dürften sich allmählich die indirekten Effekte des jüngsten Energiepreisschubs auf der Verbraucherebene bemerkbar machen.

Verzögerte Weitergabe der Kosten

„Höhere Energiepreise schlagen sich in der Regel erst mit Verzögerung auf den gesamten Warenkorb des HVPI nieder“, erläuterte die Bundesbank. Diese Verzögerung hänge davon ab, wie schnell Unternehmen mit gestiegenen Produktions-, Transport- und Vorleistungskosten konfrontiert würden und wie schnell sie diese an die Haushalte weitergäben. Insgesamt bleibe die Unsicherheit bezüglich der Inflation hoch. So flammte der Konflikt im Nahen Osten jüngst wieder auf: „Sollten die Spannungen anhalten, dürften die Energiepreise auch auf der Verbraucherstufe erneut steigen und den Inflationsdruck wieder verstärken.“

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