Die Inflation im Euroraum hat sich im Juni leicht abgeschwächt, bleibt aber weiterhin auf erhöhtem Niveau. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte, sank die jährliche Teuerungsrate auf 2,8 Prozent, nachdem sie im Mai aufgrund des durch den Irankrieg ausgelösten Energiepreisschocks noch auf 3,2 Prozent gestiegen war. Damit wurde eine frühere Schätzung bestätigt.
EZB verfehlt Inflationsziel weiterhin deutlich
Trotz des Rückgangs liegt die Teuerung immer noch deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Die EZB möchte eine Verfestigung der Inflation auf hohem Niveau unbedingt vermeiden. Allerdings haben die erneuten Angriffe im Nahen Osten die Ölpreise wieder ansteigen lassen, was neuen Inflationsdruck erzeugen könnte.
Zinspause erwartet, aber weitere Erhöhung im September möglich
Für die am Donnerstag anstehende geldpolitische Entscheidung rechnen von Reuters befragte Experten damit, dass der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde eine Zinspause einlegen wird. Dennoch könnte dies nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu einer weiteren Erhöhung sein, die viele Beobachter für September auf dem Radar haben. Die EZB steckt in einem Dilemma: Einerseits muss sie die Inflation bekämpfen, andererseits könnte eine zu straffe Geldpolitik die Konjunktur abwürgen.



