Die US-Erzeugerpreise sind im Juni überraschend gesunken. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, fielen sie im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten eine Stabilisierung auf dem Niveau des Vormonats erwartet. Im Mai hatte es noch einen Anstieg von 0,6 Prozent gegeben, im April sogar ein Plus von 1,1 Prozent.
Jahresrate bleibt unter Erwartungen
Im Vergleich zum Juni 2025 stiegen die Erzeugerpreise um 5,5 Prozent. Experten hatten hier einen Zuwachs von 6,2 Prozent prognostiziert, nach revidierten 6,0 Prozent im Mai. Die Erzeugerpreise gelten als frühe Indikatoren für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges sind die Ölpreise gestiegen, was auch die US-Verbraucher zu spüren bekommen. Die Jahresteuerungsrate sank im Juni zwar auf 3,5 Prozent, bleibt aber weiterhin relativ hoch.
Fed-Chef Warsh zeigt sich unzufrieden
US-Notenbankchef Kevin Warsh erklärte im Kongress, mit dem Rückgang könne sich die Federal Reserve nicht zufrieden geben. Die Mission Preisstabilität sei damit nicht erfüllt. Er betonte, die Notenbank werde mit der „richtigen Geldpolitik“ dafür sorgen, dass der Inflationsschub der vergangenen Jahre der Vergangenheit angehöre. Warsh, der am Nachmittag im Bankenausschuss des Senats eine weitere Anhörung hat, bekräftigte, er werde eine unabhängige Geldpolitik betreiben.
Warsh löst Powell ab – Zinserhöhung im September möglich
Warsh ist im Mai ins Amt gekommen und löste den von US-Präsident Donald Trump immer wieder scharf kritisierten Fed-Chef Jerome Powell ab. Die Finanzmärkte gehen davon aus, dass Trump mit seinen Zinssenkungsforderungen auch bei Warsh nicht durchdringen wird. Stattdessen könnte die Fed im September die geldpolitischen Zügel anziehen. Die US-Notenbank beließ den Leitzins auf der ersten Sitzung unter Warshs Vorsitz im Juni in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.



