Deutsche Wirtschaft wächst trotz Irankrieg um 0,2 Prozent
Deutsche Wirtschaft wächst trotz Irankrieg um 0,2 Prozent

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands ist im Frühjahr 2026 trotz der Belastungen durch den Irankrieg leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte, legte die Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Zugleich revidierten die Wiesbadener Statistiker das Wachstum für das erste Quartal von ursprünglich 0,3 auf 0,4 Prozent nach oben.

Exporte stützen das Wachstum

Besonders die Exporte trugen zum minimalen Plus bei: Die Ausfuhren deutscher Waren legten im Mai den vierten Monat in Folge zu. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland für Produkte „Made in Germany“ stiegen zuletzt an. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte entwickelten sich dagegen verhalten. Volkswirte werten die revidierten Zahlen des ersten Quartals als Hinweis darauf, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft stärker ausfällt als zunächst angenommen.

Verhaltene Konsumausgaben und Abhängigkeit vom Irankrieg

Die fragile Lage am Persischen Golf mit heftigen Schwankungen bei Öl- und Gaspreisen bleibt eine Belastung für die rohstoffimportabhängige deutsche Wirtschaft. „Das Wachstum von 0,2 Prozent ist ein erfreuliches Signal, aber längst kein Befreiungsschlag“, fasst Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), zusammen. Die Auswirkungen des Irankriegs habe die deutsche Wirtschaft nur mithilfe von „massiven, überwiegend mit Krediten finanzierten öffentlichen Investitionen“ abfedern können. „Von einem selbsttragenden Aufschwung sind wir weit entfernt“, so Treier.

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Hoffnungsschimmer durch verbesserte Stimmung

Dennoch nähren jüngste Konjunkturdaten die Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig bleibt. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen, die das Ifo-Institut monatlich erhebt, haben sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert. Auch die Industrie verzeichnete jüngst mehr Aufträge aus dem Ausland. Wie es konjunkturell für Europas größte Volkswirtschaft weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Konflikt zwischen den USA und dem Iran beigelegt wird.

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